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Fuerteventura

Am Dienstag, 10. Dezember nehmen wir die Fähre nach Fuerteventura. Die Überfahrt dauert nur 30 Minuten. Unser erster Eindruck ist, dass es hier nicht mehr so touristisch ist. Hier hat man das Gefühl, dass auch Einheimische hier leben. Schon kurz danach fahren wir entlang der gigantischen Sanddüne/Wüste durch den Parque Natural de Corralejo. 

Da leider überall ein Hundeverbot ist, fahren wir bis kurz nach der Düne, wo wir dann eine Schotterpiste sehen, die Richtung Meer führt. Kurz entschlossen schnappen wir uns diese und hoffen, dass wir die äusserst steile, sandige Schotterpiste am nächsten Tag auch wieder hinaufkommen. 

Der nächste Tag bringt dann die Wahrheit ans Licht. Oliver und Willi versuchen sich motiviert an diesem Steilhang, während sich Moni still und heimlich am Türgriff festhält. Auf einmal geht gar nichts mehr, man hört nur noch wie die Steine fliegen und sich Willi immer mehr in einer Staubwolke versteckt. Super!!! Jetzt geht es nur noch rückwärts hinunterrutschend.

Moni fragt sich, warum Männer immer wieder solche Adrenalinschübe brauchen. Aber zum Glück brauchen wir ja keine Strassen und schaffen es irgendwie wieder auf die andere Strasse hinauf. So machen wir uns auf durch das Landesinnere, durch die vielen kleinen Dörfer bis wir uns kurzerhand entschliessen den Vulkankrater Calderon Hondo zu besichtigen. Wir parkieren und machen uns auf den Weg. Unterwegs sehen wir wieder viele dieser kleinen Streifenhörnchen. Der Weg um den Kraterrand ist stellenweise nicht so einfach, aber die Aussicht lohnt sich. 

Auf Fuerteventura bekommen wir immer wieder mal die Gelegenheit unsere Wasserkanister bei abgelegenen Friedhöfen zu füllen, wo das Wasser auch immer von guter Qualität ist.

Wir besuchen zusammen mit vielen Touristen die Cuevas de Ajuy. Das ist die bekannte Piraten Höhle, die anscheinend in jedem Hotel als geführter Ausflug zu haben ist. Es ist auch eine ältere Reisegruppe aus Deutschland unterwegs. Obwohl wir mit dem Wort „ältere“ aufpassen müssen, da wir ja auch je länger je mehr dazu gehören. Auf jeden Fall finden wir es läppisch, dass der Tourguide die Gruppe mit den Worten „auf ihr Piraten“ aufmuntert weiterzugehen. Na ja, ist halt nicht so unser Ding. 

Wir staunen auch über das Schuhwerk einiger Touristen. Es ist ein steiniger und zum Teil feucht-rutschiger Weg, aber da laufen die Leute in Ballerinas, Sandalen, oder so hauchdünnen Turnschuhen zum reinschlüpfen umher. Ja wir machen uns da bald wieder aus dem Staub. Obwohl es sehr schön ist. Im hinteren Teil des grossen Parkplatzes sehen wir, dass eine kleine Schotterpiste den Berg hinaufführt. So finden wir einen schönen Platz um einen Kaffeehalt zu machen. Schnell sind die Stühle draussen und wir geniessen die Ruhe. 

Unsere Neugier ist geweckt und so wollen wir wissen, wo denn diese Steinpiste hinführt. Für unsere Neugier werden wir reichlich belohnt. Wir finden einen einsamen Strand mit herrlicher Aussicht.

Wir sind begeistert von dieser Idylle und beschliessen, hier zu nächtigen. Die Abendstimmung ist grandios. Mit dem Getöse des Atlantik im Hintergrund schlafen wir den Schlaf der Gerechten. Als Moni am Morgen die gewaltigen Wellen sieht, vergisst sie das Kaffee machen und hüpft noch im Pyjama raus, bewaffnet mit Natel und Fotoapparat. Gigantisch. Einfach unbeschreiblich mit welcher Wucht die Wellen auf die Felsen treffen. Begeistert will sie Oliver die Fotos und Videos zeigen, aber ohne Kaffee läuft bei ihm am Morgen gar nichts. Er meint, ja ich sehe es ja aus dem Fenster. Aber auch er schnappt sich später die Kamera und geht raus. Als er wiederkommt, will er Moni dann die Fotos zeigen. Schnell merken wir, dass beide das Gefühl haben, bei ihr/ihm seien die Wellen höher gewesen. Ach egal, auf jeden Fall wunderschön. 

Mal schauen wo es uns heute hintreibt. So machen wir uns also startklar. Ja, das rumsitzen und nichts tun ist gewissen Männern halt nicht so gegeben. Moni merkt schon, dass Oliver wieder mal was erleben will. So lässt sie ihm die Freude, als er meint, komm wir fahren hier mal weiter. Oh je, muss es denn gleich so eine Herausforderung sein? Was, wenn wir hier nicht raufkommen, und nachher wieder rutschend und rückwärts runter müssen. Aber sie lässt ihn gewähren. Nach einer langen Fahrt bergauf und bergab, stehen wir vor einer steilen Schotter-Piste, die Willi und Oliver mit gepolter und fliegenden Steinen hinter sich bringen. Somit ist auch wieder einmal geklärt, warum Willi aussen schon ziemlich alt aussieht. Aber, das muss man sagen, es hat sich gelohnt. Es ist wirklich Traumhaft. So jetzt ist es Zeit für eine Pause und um diese Aussicht zu geniessen. 

Es ist so schön, dass wir gleich noch einen Tag länger hierbleiben. Einfach traumhaft. Moni nutzt die Zeit um Schokoladencookies zu backen. Aber die Menge wird so reduziert, dass es nur gerade 4 Cookies gibt. Ja und die sind dann von uns so schnell gegessen worden, dass wir nicht einmal ein Foto machen konnten. Aber das Guetzli backen in der Bratpfanne ist wirklich absolut kein Problem. 

Am nächsten Tag fahren wir jedoch weiter zum Leuchtturm, Faro de La Entallada. Das Wetter ist wieder herrlich. 

Wir fahren wieder durch viele kleine herzige Dörfer, die einem immer wieder einladen, durch die Gassen zu schlendern und ein Glace zu essen.

Weihnachten steht vor der Tür. Es ist auch hier in Spanien so, am 24. müssen alle noch einen riesigen Einkauf tätigen, da ja am 25. die Läden geschlossen bleiben. Man könnte fast meinen, sie würden verhungern. Oliver leidet leider auch an dieser Krankheit und unser Einkaufswagen kann problemlos mit dem der Einheimischen mithalten. Wir sind sicher für fünf verschiedene Weihnachtsessen ausgerüstet. Freude herrscht. Leider nur solange, bis wir mit den vielen vollen Taschen im Willi stehen und nicht wissen wohin damit. 

 

Am 26. Dezember machen wir Nägel mit Köpfen. Wir fahren zum Fährhafen Moro Jable und erkundigen uns einmal, wie und wo die Fähren fahren. Da wir ja gerne alle Inseln besichtigen möchten, kaufen wir gleich alle Tickets, einfach ohne Datum. Eigentlich hatten wir ja die Hoffnung, wenn wir alle miteinander kaufen, dass wir dann einen Spezialpreis bekommen. Das war dann leider nicht so, aber jede Fahrt war einiges günstiger, als wenn wir es online gebucht hätten. Ja da machen wir uns aber ein schönes Weihnachtsgeschenk. Die ganze Inselhüpferei von Huelva nach Lanzarote, nach Fuerteventura, nach Gran Canaria, nach Teneriffa, nach El Hierro, nach Teneriffa, nach la Gomera, nach Teneriffa, nach Las Palma, nach Teneriffa, nach Huelva kostet uns 3008.—Euro.  Aber wenn man schon hier ist, sollte man wirklich die Gelegenheit nutzen und alle Inseln besichtigen. Als wir retour zu Willi laufen, meint Moni, jetzt müsse sie doch mal dort zum Hafen gehen, denn da hat es immer wieder Leute die gespannt ins Wasser blicken. Was es dort wohl zu sehen gibt? Nach einiger Zeit kommt sie total begeistert retour. Schnell gib mir die Copro und den langen Stick damit ich unter Wasser filmen kann. Da hat es Rochen im Wasser und mit dem Natel wird das nichts. Da sieht man ja nichts. Sie ist ganz begeistert, da sie noch nie freilebende Rochen gesehen hat. Leider sind die Aufnahmen nicht so klar geworden. 

Die Strände auf Fuerteventura sind wirklich herrlich. Wobei wir es auch sehr geniessen, uns mit Willi auf eine Klippe zu stellen. Nur Laila bereitet uns manchmal einen Schreckmoment. Da sie ja immer zuvorderst stehen muss und wehe es fliegt gerade noch eine Möwe vorbei. 

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