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La Gomera, Februar 2020

Ja, auch bei uns heisst es immer mal wieder von wunderschönen Orten, wo man gerne bleiben würde, Abschied zu nehmen und die Insel El Hierro, gehört definitiv dazu. Aber es gibt noch so vieles auf dieser Welt, was wir ja noch nicht gesehen haben. Am Montag, 3. Februar 2020 nehmen wir morgens um 7 Uhr die Fähre zurück nach Teneriffa. Obwohl es für Oliver der Horror ist, so früh auf eine Fähre zu müssen, wird die Überfahrt herrlich. Während des wunderschönen Sonnenaufgangs, wird unsere Fähre von Delfinen begleitet, die lustig über die Wellen springen. 

Das ist doch mal ein Start in den neuen Tag. Einfach herrlich, da lohnt sich das frühe Aufstehen. Unser erster Weg führt uns gleich zu einer Wäscherei. Um diese Zeit haben wir sogar das Glück und können gleich vor der Wäscherei parkieren, was natürlich einiges vereinfacht und mit den riesigen 18 Kilo Maschinen, sind wir auch sehr schnell wieder fertig.

Nun zu unserem nächsten To-do Listenpunkt. Wir wollen zur Sicherheit noch unsere Gasflaschen füllen. Es würde zwar ganz bestimmt noch reichen, aber wir gehen lieber auf Nummer sicher. Oliver hat im Internet gesehen, dass man bei der DISA-Tankstelle in El Guincho Gas tanken kann. Leider ist der Tankwart konsequent und sagt, nein, das dürfe er nicht, er dürfe nur Fahrzeuge betanken, deren Motor mit Gas läuft. Eine ältere, deutsche Frau, die für sich eine volle Gasflasche kauft, bekommt die Diskussion mit und fragt uns, ob sie uns helfen könne. So erklärt ihr Moni kurz um was es geht, worauf sie meint, ach der, das ist ja nur ein Tankwart, der hat hier gar nichts zu sagen. Moni soll doch reingehen und an der Kasse fragen. Ob sie ihr helfen soll mit übersetzen? Das Angebot nimmt Moni gerne an. Doch auch der Mann an der Kasse bleibt stur. Wir sollen zur Gasstation der Firma DISA fahren, dort werden wir bestimmt Gas erhalten. Hmm. Das glauben wir zwar nicht, aber es bleibt uns ja nichts Anderes übrig. So fahren wir zur Gasstation, wo uns sogleich ein junger Mann beim Einfahrtstor begrüsst. Was wir denn hier wollen? Da er sehr gut englisch spricht, erklärt ihm Oliver den Sachverhalt. Er meint, oh je, ja das Problem ist bekannt, die einen Tankstellen wollen prinzipiell kein Gas füllen. Auch hier können sie unsere Tanks nicht befüllen. Aber wir sollen doch mal zur DISA Tankstelle in Candelaria fahren. Dort müsste es klappen. Na toll, jetzt sind wir dann schon bald in Santa Cruz, nur, weil gewisse Leute nicht wissen, dass man eine Gasanlage mit Auto-Stop problemlos befüllen darf. Na wir sind gespannt. Tatsächlich, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, wird die Gaspistole angehängt und die beiden Alugasflaschen befüllt. Der Montag ist schon wieder vorbei. Ja auch so vergehen die Tage wie im nu. Am Dienstag machen wir im grossen Mercadona noch einen Grosseinkauf, füllen den Dieseltank und unseren Wasservorrat und fahren in die Nähe des Flughafens, wo Morgen dann Eveline ankommen wird. Der Frühlingsputz ist auch gemacht, somit wären wir für unseren Besuch bereit.  Am Flughafen angekommen, wartet Oliver im Parkverbot, während Moni zur Ankunftshalle eilt. Es ist doch immer wieder schön, wenn wir Besuch erhalten. Einzig Laila tut sich dann ein bisschen schwer, sie gibt ihren Platz nicht so gerne her. Wir haben gestern Abend schon das Mittagessen vorbereitet, da wir nachher gleich zur Fähre müssen. Endlich erscheint eine fröhlich lachende Eveline in der Menschenmenge. 

Schnell eine herzliche Begrüssung und dann schnell, schnell zu Oliver, in der Hoffnung, dass er auch wirklich noch dort steht. So fahren wir also auf direktem Weg zum Fährhafen und stellen uns in die Kolonne. Jetzt haben wir Zeit um gemütlich das bereits vorbereitete Mittagessen zu geniessen und vor allem um mit Eveline auf unsere gemeinsamen Ferien anzustossen. Es bleibt sogar noch Zeit für einen Hafen-Spaziergang bei herrlichem Wetter. 

Um 13.45 Uhr legt die Fähre pünktlich ab. Zum Glück ist es wieder eine der alten Fähren, sodass wir die ganze Fahrt draussen sitzen, das Wetter geniessen, und natürlich wieder mit einem Drink anstossen. Ein Animationsteam, nutzt die Zeit an Bord um die letzte Choreografie für den Hotelauftritt zu üben. Wir finden zwar, die Überfahrt ist eindeutig zu kurz, um hier noch irgendwas zu retten. Aber amüsant ist es auf jeden Fall.

Damit wir den ersten Tag etwas ruhig angehen können, und Eveline sich nach dem Reisetag erholen kann, parkieren wir gleich in San Sebastian an der Strandpromenade. Während Moni den Apéro vorbereitet, geniessen Eveline und Oliver die Sonne auf der Promenadenmauer. Ja so lässt es sich doch leben. Die vorbeigehenden Leute grüssen uns freundlich und lachen. 

Gegen Abend machen wir noch einen Dorfrundgang durch das herzige Dörfchen, mit abschliessendem feinen Schlummi und sehen erst auf dem retour Weg das grosse und nicht übersehbare Wohnmobilparkverbot. Doch das kümmert hier niemanden. Darum bleiben wir trotzdem hier stehen. 

Am Morgen machen sich Eveline und Moni mit Laila auf zur Morgenrunde und zum Fitnesspark. Oliver liegt im Bett und denkt sich, das kann doch kein Jetlag sein, bei einer Stunde Zeitverschiebung. So dreht er sich nochmals um und schläft noch ein wenig weiter. Da die Geräte gerade frisch gestrichen werden, können sie nur einen kleinen Teil benützen, sodass die Frauen beschliessen, Laila zurückzubringen und sich zu Fuss auf den Hausberg von San Sebastian zu begeben. Was für Laila zu streng wäre. Wir haben gestern ja schon die Aussichtsplattform von unten gesehen und sind jetzt gespannt, auf die zu erwartende gute Aussicht von da oben. Nach vielen schmalen Gassen und Treppen erreichen sie die Plattform und wirklich, die Aussicht ist vom feinsten. Die vielen farbigen Häuser verzaubern auch von oben. 

Unterwegs sieht Eveline noch einen Baum mit goldgelb leuchtenden Nisperosfrüchten dran. Sogleich machen sie sich an die Ernte, bis ihnen auffällt, dass dieser Baum doch zu einem Haus gehört. Schnell laufen sie weiter, bis sie auch noch zu einem Pfefferbaum kommen. Die rosa Pfefferkörner riechen so fein, da müssen sie doch auch ein kleines „Stüdeli“ für Oliver mitnehmen. Schliesslich muss er ja auch geduldig warten bis sie wiederkommen.

Endlich zurück präsentieren die Beiden ihre Ausbeute. Obwohl sich Eveline mit den Früchten sicher ist, wollen wir noch schnell die Gärtnerei Google konsultieren, schliesslich wollen wir uns ja nicht vergiften. Trotzdem gibt Eveline die erste, geschälte Nisperosfrucht Oliver. Als er keinen krampfartigen Anfall bekommt, essen auch die Frauen davon. Hi hi. Sie schmeckt wirklich interessant und wäre anscheinend auch sehr gesund. Auf jeden Fall ist der Kern sehr spannend. Mal schauen, ob der in der Schweiz auch wächst. Wir sind auf jeden Fall gespannt ob Eveline die Aufzucht bis zu unserem Heimaturlaub gelingt. Ja, nach dieser anstrengenden Morgentour brauchen sie jetzt noch eine Abkühlung. So gehen die beiden noch eine Runde im Meer schwimmen und geniessen danach, die schon fast warme Stranddusche. 

Wirklich weit kommen wir an diesem Tag nicht, nur gerade bis zur nächsten Bucht. Wo wir genüsslich die Cervelats und Bratwürste die uns Eveline von zu Hause mitgebracht hat, auf den Grill werfen. Das riecht nach Heimat. Wir geniessen die warme Sonne und das süsse nichts tun. Zum Kaffee gibt es dann noch feine Muffins und die berühmte Bündnernusstorte von Eveline. Jetzt wissen wir auch warum sie so eine schwere Reisetasche hatte.

Die rote Springform hatte uns ja auch schon in Schottland besucht. Wie gut, dass es diese immer noch gibt, denn in Schottland wollte sie Eveline entsorgen. Am nächsten Tag fahren wir Richtung Eremitage, doch schon nach der zweiten Kurve ist die Strasse gesperrt. Selbst für Fussgänger ist sie gesperrt. So können wir die Eremitage nur von weit oben sehen. 

So fahren wir weiter nach Santa Catalina, wo wir direkt am Meer parkieren. Wir laufen durch riesige Bananenplantagen und schauen uns etwas bedrückt das total zerfallene Hallenbad direkt am Meer an. Eigentlich sieht es aus, als ob es nie wirklich benutzt worden wäre.

Schnell sind Tisch und Stühle draussen und wir geniessen unser Mittagessen wieder mit der herrlichen Meersicht. Als wir gerade fertig sind, spaziert ein Schweizer Auswanderer mit seinem Hund vorbei und beginnt gleich mit uns zu reden. So nutzen wir doch auch gleich die Chance und fragen, was denn mit dem Schwimmbad passiert sei. Angeblich wurde es für 7 Millionen gebaut, da man von der EU einen grossen Teil bekommen hat. Nur blieb das Bad dann nur 2 Wochen offen, weil kein Geld für den Unterhalt vorhanden war. Schlimm, und jetzt gammelt es vor sich hin. Wir packen zusammen und fahren zur Playa Hermigua.  Dort soll es heute noch Naturbecken zum Schwimmen geben. Es hat einige die hier schwimmen gehen. Wir geniessen es einfach nur von oben und finden es schade, dass es hier nicht ein kleines Kaffee gibt. Wäre doch schön mit dieser Aussicht.

Es ist schon späterer Nachmittag, als wir dann doch noch weiter Richtung Vallehermosa fahren. Schon spannend, bis jetzt haben wir auf den Inseln noch nie Schweizer mit Wohnmobil angetroffen. Doch hier treffen wir auf Appenzeller. Er ist gerade dabei, seinen Wasservorrat zu füllen und meint, wenn wir wollen, können wir den Schlauch auch gleich bei unserem Fahrzeug reinhalten. Wasser ist immer gut. Also nehmen wir das Angebot gerne an. So nutzen wir die Zeit während des Füllens für einen ausgiebigen Schwatz. Die Frau erzählt uns von einer kleinen Klettertour, mit Seil an der Wand. Ja, da ist doch unsere Neugierde gleich geweckt. Unterwegs sehen wir auch noch zwei alte, gestrandete Schiffe, wo Moni und Eveline gleich das perfekte Sujet für Fotos entdecken. Auf jeden Fall ist es sehr lustig und wir haben viel zu lachen. Wobei, Oliver eher so ein bisschen auf die Seite steht, mit dem Gesichtsausdruck, was? Wer ist das? Nein, nein. Die zwei gehören nicht zu mir!!

Wow, ist das schade um diese ehemalige Burg. Wir sehen schon wieder, was man hier alles machen könnte. Das muss ja früher wunderschön gewesen sein. 

Ja, so machen wir uns also an die Kletterpartie. Hoffen wir mal, dass die alten, von Salz und Sonne malträtierten Seile unser Gewicht aushalten. So lassen wir grosszügiger weise Eveline den Vortritt.

So, jetzt müssen wir aber wirklich langsam einen Schlafplatz suchen. Eigentlich wäre es ja jetzt mal schön, ein bisschen in den Bergen zu übernachten. Also ist unser nächstes Ziel der Mirador de Alojera, wo wir gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang ankommen. Beim späteren Spaziergang finden wir dann aber noch einen besseren Schlafplatz und parkieren kurzerhand noch um. Denn Abend verbringen wir mit Wein, Karten spielen, und viel Gelächter. 

Bei der herrlichen Morgenrunde finden wir nebst der schönen Aussicht auch noch diese Unterstände. So kann man die Aussicht schön windgeschützt geniessen. 

Gemütlich machen wir uns auf den Weg nach Valle Gran Rey. Wir sind alle gespannt auf dieses sogenannte Aussteigerdorf. Von hier aus soll es auch Bootstouren geben, mit angeblich 96% Sichtung der Delfine und Wale. So führt unser direkter Weg zum Hafen. Wo wir natürlich keinen Parkplatz finden. Also wieder zurück in eine Seitengasse. Es ist viel zu warm um Laila alleine zurück zu lassen, also schlendern wir alle zusammen ganz gemütlich zum Hafen. Aber da sehen wir sie, die Deutsche Metzgerei. Sogleich schreitet Oliver mit Eveline in die Metzgerei. Nach einer Weile kommen sie mit einem Plastiksack wieder raus. Stolz wie zwei Jäger die von der Jagd kommen, präsentieren sie ihre Beute. Was ist jetzt wichtiger? Die Bootstour buchen oder kochen? Wir gehen die Bootstour buchen. 

Wir möchten gerne alle zusammengehen, doch Hunde dürfen nicht an Bord. Die Frau des ersten Verkaufsstandes meint, sie würde gerne auf Laila aufpassen, habe aber von heute Mittag an frei und sei nicht hier. Aber ihre Kollegin vom hintersten Stand hätte auch einen Hund, wir sollen doch sie mal fragen, ob sie auf Laila aufpassen würde. Diese meint lapidar, hier auf dieser Insel wird nicht gestohlen und eingebrochen, wir sollen doch einfach die Fenster offenlassen. Aber das machen wir ganz sicher nicht. So fragen wir, ob wir den unser Wohnmobil gleich hier in ihrer Sichtweite parkieren können, damit wir die Dachfenster offenlassen könnten. Sie meint, das sei kein Problem, aber sie wisse nicht, ob wir überhaupt noch drei Tickets bekommen. Sie müsse das zuerst abklären. So meint Oliver, er gehe zurück und hole in der Zwischenzeit unseren Willi. Als Oliver mit Willi in das Hafenareal fährt, weiss die gute Frau immer noch nicht, ob sie heute noch 3 Plätze frei hat, dafür kommt eine Hafenpolizistin und erklärt uns, dass wir hier nicht parkieren dürfen. Somit ist für Oliver klar, er bleibt bei Laila, er habe das ja schon des Öfteren gesehen. Er verzichte darauf. Doch jetzt kommt die Frau in Bedrängnis, und sie meint, ach ich stelle Euch jetzt einfach 2 Tickets aus. Es wird schon Platz haben. Weil sie Angst hat, dass sie gar nichts mehr verkaufen kann und wir alle abspringen. Jetzt müssen wir uns aber beeilen, denn wir wollen ja noch etwas essen bevor wir aufs Boot gehen. Schnell suchen wir uns einen Parkplatz wo Oliver und Laila auch etwas ungestört den Nachmittag verbringen können. Während Oliver kocht, wird schnell, schnell der Rucksack gepackt, das Badezeug, denn angeblich kann man in einer Bucht noch herrlich schwimmen, dann Fotoapparat mit Ersatz-Akku, Natel, und der Stick mit der Unterwasserkamera. Die Frage die sich für Moni nun stellt ist, wie soll sie mit drei Sachen gleichzeitig aufnehmen und erst noch auch was sehen dabei. Aber je nach Situation, Hauptsache alles ist dabei und alle Möglichkeiten stehen offen. Mit einem schlechten Gewissen überlassen die Frauen Oliver seinem Schicksal. Die Zeit reicht nicht einmal mehr um die Küche aufzuräumen. Als sie am Hafen ankommen, ist noch niemand dort, so stehen sie im Schatten eines dieser Verkaufshäuschen. Auf einmal kommt die Frau vom mittleren Häuschen und fragt uns, ob wir eine Tour buchen möchten. Wir erklären ihr, dass wir schon eine gebucht hätten, aber vielleicht nächste Woche nochmals kommen würden. Aber wir hätten eben einen Hund und den können wir ja nicht einfach alleine im Fahrzeug lassen. Da meint die gute Frau, kein Problem, kommen sie mal mit und zeigt Moni auf der Seite des Häuschens ein Foto mit Hund und Schwimmweste. Es sei kein Problem, der Hund sei willkommen und dürfe mitkommen.

Jetzt fühlt sich Moni aber ziemlich verarscht. Dann hätten wir ja alle miteinander gehen können. Aber das nützt jetzt auch nichts mehr. Wir sehen, dass unser Boot anlegt und gehen schnell zur Treppe. Wir sind die ersten und verteidigen standhaft unsere Pole-Position. Das ist ja Wahnsinn, wieviel Leute da auf dieses Boot wollen. Eigentlich heisst es höchstens 12, und bei 14 sagen sie dann wirklich stopp. Na ja, da Eveline als erste gleich den besten Platz besetzt, kann uns das ja egal sein. Schuhe und Rucksäcke müssen in die Kabine und dann kann man sich vorne auf dem Boot niederlassen. Pünktlich um 15 Uhr fahren wir aus dem Hafen. Noch im Hafen werden homöopathische Kugeli verteilt. Eigentlich scheint die Sonne und wir dachten, das wird eine gemütliche Bootsfahrt, aber kaum sind wir auf offener See, wird diese Nussschale wild durchgeschüttelt. Der Kapitän lenkt das Boot ganz cool auf dem Deck stehend, nur mit zwei Leinen. Geschickt lenkt er das Boot zwischen den hohen Wellen hindurch.

Moni denkt, na vielleicht ist es ja doch gut, ist Oliver nicht dabei, sonst müsste er wieder Fischli füttern. Nach etwa 90 Minuten meint unser Kapitän, wir sollen die Augen offenhalten, hier müssten sie sein. Tatsächlich, kurze Zeit später sehen wir sie. Alle drängen nach vorne zum Bug, Eveline setzt sich mit den anderen vorne hin und lässt die Füsse baumeln. Ja, genau so sieht es in den Filmen aus, bevor dann der Hai auftaucht.

Doch Moni und noch 3 weitere bleiben an der Seite, so kann man je nachdem wo sie sind, schnell die Seite wechseln. Das, mit der Unterwasserkamera funktioniert leider nicht. Wir sind zu schnell unterwegs und es reisst ihr fasst den Stick mit der Kamera aus der Hand und wegen dem starken Wellengang ist die Kamera mal im Wasser und mal draussen, da der Stick zu kurz ist. So entscheidet sie sich, wenigstens Fotos zu machen und ein wenig zu filmen. Es ist ja eh schon nur ein kurzer Moment. Na hoffen wir mal die Ausbeute ist auch zu gebrauchen. Leider weiss man das ja eh erst, wenn es dann schon zu spät ist. Es ist schade, dass sie den Motor nicht ausmachen, und wir so, etwas länger Zeit haben. Unterwegs sehen wir noch Plastikmüll auf der Wasseroberfläche treiben. Der Kapitän wendet sogleich, damit Momo, sein sagen wir mal Matrose, das Ding aus dem Wasser fischen kann. Das finden wir doch eine sehr gute Geste. 

 

Weiter geht die Fahrt durch die hohen Wellen. Bis der Capitano wieder ruft. Dieses Mal ist es eine Gruppe Pilotwale. Das ist unbeschreiblich, wie sie ganz ruhig dahingleiten, und nur ab und zu gut hörbar die Luft ablassen. Leider ist es nur ein ganz kurzer Moment, wo wir dieses Bild geniessen können. Aber auf der anderen Seite ist es auch gut so, wenn man bedenkt, wie viele Schiffe täglich hierherfahren um sie zu sehen. 

Jetzt steuern wir zu einer schönen Bucht, wo man auch noch baden kann. Moni sieht, wie eine Frau kreideweiss auf den Matten liegt. So fragt sie, ob sie eine Tablette möchte, ihrem Partner würden diese super gut helfen. Aber sie meint nur, ich bin Apothekerin, ich weiss wie lange diese Tabletten brauchen, bis sie wirken, das bringt nichts. Moni zuckt mit den Schultern und meint, ihr hätten sie gesagt, es wirke innert 15 Minuten. Sie denkt sich dann nur, mir egal, kotz doch. Plötzlich meint die Frau, ach sie könne es ja doch mal versuchen. Ok. Dann sind wir ja mal gespannt wie lange es geht bis es wirkt. Und tatsächlich, kurze Zeit später sitzt die gute Frau schon wieder. Das sind ja wirklich Wundertabletten. Na ein kleines, hei cool, danke es wirkt, wäre ja schon noch nett gewesen. Aber egal. In der Bucht angekommen, stürzen sich gleich 5 über Bord. Wir finden, da es schon 18 Uhr ist, ist uns das zu kalt um nachher so nass weiterzufahren. Aber in der Zwischenzeit werden eh Getränke und eine Gemüsepaella serviert. Also lieber in Ruhe Essen und Trinken. Baden können wir ja noch oft. Zusammengefasst müssen wir sagen, für 42 Euro war das ein sehr schöner Ausflug. Essen und Trinken inbegriffen, und Delfine und Wale gesehen. Können wir wirklich nur empfehlen.

Auf einmal wird es hektisch, schnell setzen sich alle hin und wir fahren zurück zum Hafen. Aber schliesslich ist es ja auch schon nach 18 Uhr. Das war wirklich ein schönes Erlebnis. Schade, dass Oliver nicht mitkommen konnte. Aber wir können ja dann alleine noch einmal hierherkommen und dann mit Laila zusammen aufs Boot gehen. 

So jetzt aber nichts wie los, zurück zu Oliver. Und dann wollen wir noch zu diesem Strand, wo gesungen und getrommelt wird. Wir haben viel zu erzählen und machen uns schnell frisch, bevor wir uns ins Getümmel stürzen. Zusammen mit Laila spazieren wir zum Strand. Einige verkaufen ihre selber gemachten Sachen, die Stimmung ist locker. Viele, in jedem Alter, laufen hier Hippie mässig gekleidet rum. In einer Seitenstrasse sehen wir eine hübsche Bar, wo wir uns zuerst einen Drink genehmigen. 

Jetzt wollen wir aber zurück zum Strand, denn dort müsste um neun Uhr ein Paar auftreten, die auch mit uns auf dem Boot waren. Leider sind die Strandrestaurants alle voll besetzt. Doch Evelines Adlerauge sieht, dass ein Mann gerade sein Portemonnaie aus der Hosentasche zieht und schon setzt sie sich ungeniert zu den zweien hin und fragt auf Deutsch, ob dieser Tisch gleich frei wird. Uns ist es zwar ein bisschen peinlich, denn die beiden sind Dänen und sprechen kein Deutsch. Aber, wir sind Eveline sehr dankbar, denn es wollen gleich andere Leute den Tisch unter Beschlag nehmen. Doch die Dänen erklären ganz resolut, der Tisch gehöre Eveline, den habe sie sich redlich erkämpft. Da gibt es nichts mehr daran zu rütteln. Ja, so bekommen wir an der besten Lage einen Tisch, mit Sicht zum Strand und auch gleich in der Nähe der Strassenmusiker. Perfekt. Jetzt, fehlt nur noch ein feiner Drink und eine Pizza. Etwas später sehen wir, wie der Kellner so spezielle Kaffees serviert. Das sieht ja spannend aus. So einen müssen wir auch haben. Der nennt sich Barraquito, und ist eine Spezialität der Kanaren. Mmmhh. Sehr süffig. Da brauchen wir doch noch einen zweiten. Natürlich nur die Frauen. 

An nächsten Morgen fahren wir noch zum Garajonay Nationalpark. Es ist ein immergrüner Wald, der häufig in einen Nebel gehüllt ist. Irgendwie strahlt er eine spezielle Stimmung aus und man hat man das Gefühl, hier müssten gleich Gnome oder Elfen auftauchen. Die Flechten und Moosbäume und vor allem die frische saubere Luft haben es uns angetan.

Die Fahrt durch die Berge gefällt uns sehr, und so halten wir an den diversen Aussichtspunkten. Immer wieder fällt uns auch ein Berg auf, den wir ganz spontan unseren Tafelberg nennen. Und erst später, als wir im Internet nach Sehenswürdigkeiten suchen, sehen wir, dass der tatsächlich so heisst.

Die kleine kurvige Strasse endet am späteren Nachmittag in Playa del Medio, wo wir mit ach und krach wieder wenden können, weil es einfach keinen einzigen freien Parkplatz mehr hat. So fahren wir dann zur Playa de Tapahuga, wo wir bleiben. Schliesslich darf das Strandleben ja auch nicht zu kurz kommen. Am Morgen, als wir noch im Bett liegen, hören wir einen mörderischen Schrei. Hm, jetzt ist wieder alles ruhig. Dennoch, als wir mit Laila die Morgenrunde drehen, sehen wir, wie ein Mann von einem Taxi abgeholt wird. Ein Taxi in dieser Gegend? Und wie ist der denn hierhergekommen? Und warum hat heute Morgen früh in der Garage des leerstehenden Hauses das Licht gebrannt? Ja, wenn man keinen Fernseher hat, dann macht man sich seine Geschichten selber.

Am nächsten Tag fahren wir nochmals über die Berge, kaufen unterwegs noch ein paar Lebensmittel ein und fahren dann wieder zu unserem Strand, Playa de Avalo, wo wir schon am zweiten Tag waren. Dort ist es so herrlich ruhig und wir können wieder den Grill anwerfen und draussen sitzen. Ja und schon am nächsten Morgen heisst es, wieder nach San Sebastian fahren. Denn heute ist unser letzter gemeinsamer Tag. Den wollen wir nochmals gemütlich am Strand verbringen. Also nur Eveline und Moni, Oliver fühlt sich nicht wohl und bleibt mit Laila im Willi. Eveline ist am Abend die letzte, die den Strand verlässt. 

Aber schliesslich muss der letzte Sonnenstrahl noch aufgesogen werden. Ja so Ferien gehen einfach immer viel zu schnell vorbei. Am Abend spazieren wir nochmals zu unserer Bar, wo wir schon am ersten Abend einen feinen Drink bekommen haben. Als wir bestellen schaut uns der Kellner erstaunt an und bringt uns sogleich die Drinks mit einer Schale Oliven. 

Eveline möchte uns zum Abschied zum Essen einladen. So laufen wir fast durch ganz San Sebastian, bis wir eines finden. Aber das laufen hat sich gelohnt. Nach dieser riesigen und sehr feinen Portion schlendern wir nur noch. 

Ja und wohin wohl? Richtig, zu unserer Bar. Als der Kellner uns sieht lacht er über das ganze Gesicht und fragt, nochmals das gleiche? Ja jetzt sind wir aber gespannt, ob wir alle das richtige bekommen. Und tatsächlich, wenig später stellt er jedem von uns den richtigen Drink hin, und wieder mit einer Schale Oliven. Ja und als Krönung dieses schönen Abends genehmigen sich die Frauen nochmals einen Barraquito. 

Oliver möchte nichts mehr, er fühlt sich immer schlechter. Damit Eveline morgen früh nicht so weit laufen muss, gehen wir noch zum Hafen, um zu schauen ob es in der Zwischenzeit einen freien Parkplatz gibt. Wir haben wirklich Glück und finden einen, gleich in der Nähe. Damit uns diesen niemand wegschnappt, bleiben die Frauen hier und verteidigen den Platz während Oliver, Willi und Laila holt. Das ist doch perfekt so. Denn morgen um 7 Uhr fährt die Fähre schon zurück nach Teneriffa, wo Eveline dann wieder mit dem Flieger in die Schweiz reist. Oliver verabschiedet sich und geht ins Bett, während die Frauen noch auf die Nachtrunde mit Laila gehen. Schliesslich gibt es ja immer viel zu reden. Aber interessanter Weise führt die Nachtrunde an unserer Bar vorbei, wo die zwei wie magisch angezogen werden. Der Barraquito ist einfach zu gut. 

Jetzt können sie sicher gut schlafen. Am Morgen dann hat es Oliver ganz erwischt. Er bleibt im Bett und Moni und Laila begleiten Eveline zur Fähre, wo es dann endgültig heisst Abschied zu nehmen. Ja die Zeit läuft einfach viel zu schnell. 

Liebe Eveline, herzlichen Dank für Deinen Besuch und die lustige Zeit mit Dir. Bitte behalte Deine rote Springform, man weiss ja nie, gell.

 

Da es noch viel zu früh ist, um aufzustehen, versucht sich Moni so leise wie möglich wieder ins Bett zu schleichen. Im Laufe des Morgens fahren wir nochmals zum Valle Gran Rey. Denn dort möchte Moni doch noch gerne den Sonnenuntergang mit den Trommlern und Feuerschluckern sehen und Oliver möchte nochmals in die Deutsche Metzgerei. Essen muss man ja schliesslich doch, auch wenn man krank ist. Da er schon lange gerne Cordon-Bleu machen möchte, ist das die Gelegenheit, weil hier kann er auf Deutsch sagen, dass er ein Stück Kalbfleisch möchte, bereits aufgeschnitten und flachgeschlagen um Cordon-Bleu zu machen, was auch wunderbar funktioniert. Vielleicht hilft ihm dieses perfekte Cordon-Bleu um gesund zu werden. 

Da Oliver nach dem Essen wieder schlafen geht, marschiert Moni mit der Wäsche in die Wäscherei. Am Abend fahren wir dann direkt zum Strand wo wir auch gleich parkieren. Oliver meint, ich höre ja die Trommeln auch im Willi und so geht Moni alleine los. Die Stimmung ist wirklich schön. Während des Sonnenuntergangs trommeln einige und etwas später kommt eine Frau und bringt eine super Show mit Feuerringen. Auch zwei kleine Kinder sind schon fleissig am üben. 

Das ist eine sehr schöne Tradition in Valle Gran Rey. Ja und nun haben wir wirklich einen neuen Begleiter in unserem Willi. Die Grippe. Somit fällt die Whale-Watching-Tour definitiv ins Wasser. Wir hoffen jetzt nur, Oliver übersteht die Fahrt nach Teneriffa trotz Grippe gut. 

 

Jetzt kennst Du auch den Grund, warum wir so lange nichts mehr geschrieben haben. Denn 5 Tage später hat es auch Moni erwischt. So eine Grippe hatten wir beide noch nie. Auch Wochen später sind wir immer noch angeschlagen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Mittwoch, 18 März 2020 14:30)

    Wow, so ein schöner und langer Reisebericht mit wunderschönen Naturfotos, erlebnisreichen Tagen mit dem Besuch, leckerem Essen und feinen Drinks. Was will man mehr: das Herz hüpft, ( gell Oliver, beim deutschen Metzger) die Augen strahlen und der Gaumen wird auch verwöhnt ! Das muss eine sehr schöne Woche gewesen sein.......