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La Palma

Die Überfahrt nach Teneriffa war problemlos. So füllen wir wieder unsere Lebensmittelvorräte und den Dieseltank, da der Diesel auf den kleinen Kanaren Inseln rund 20 Cent teurer ist. Zwei Nächte später, stehen wir morgens um 8 Uhr schon wieder in der Kolonne für die Fähre nach La Palma. Wir sind erstaunt, dass wir einen La Palma Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt bekommen. 

Da man uns ja gesagt hat, wir müssen immer wieder auf Teneriffa zurück und von dort wieder weiter auf die nächste Insel. Na wir werden es ja bald sehen. Tatsächlich wird La Gomera zuerst angefahren. Das ärgert uns jetzt ziemlich, weil so hätten wir uns die Fahrt nach Teneriffa sparen können. Aber das Wetter ist herrlich, wir sitzen draussen und so eine Schifffahrt ist ja schön. (Seit wir im Besitz so gut wirksamer Tabletten sind, hi hi). 

Als wir dann endlich auf La Palma ankommen, müssen wir uns ja schon auf die Suche nach einem Schlafplatz machen. La Palma gefällt uns sehr gut, die Häuser sind wunderschön, die Strassen sehr gut und breit ausgebaut, man hat das Gefühl es ist eine sehr reiche Insel. Alles ist sehr gepflegt und schön und dennoch nicht touristisch und mit viel unberührter und wilder Natur. 

Wir wollen die Naturbäder in Charco Azul besichtigen und sind von der Umgebung begeistert. Wir schlendern auf der wunderschönen Promenade, ein paar Meter über dem Meer entlang und erfreuen uns über die Bananenbäume mit Ihrer riesigen Blüte und den knackig grünen Bananen. 

Auch sonst ist alles am Blühen. Wir sehen auch noch ein traumhaftes Anwesen, dass sogleich unsere Tagträume aktiviert. Das wäre ja Hammer, hier ein kleines Gästehaus zu haben. 

Im Naturbad überkommt uns wieder einmal das Ferienfeeling und wir genehmigen uns einen Drink. 

Völlig beschwingt von dieser gewaltigen Natur, oder dem Drink, fahren wir ein bisschen weiter und finden bald darauf einen schönen Platz, wo wir uns gleich für zwei Nächte niederlassen. Auch hier gibt es wieder diese Naturschwimmbecken.

Heute fahren wir ganz in die Berge, zum Observatorium und finden unterwegs sogar noch frisches Wasser. Was wir natürlich auch gleich ausnutzen und wieder alles auffüllen. Immer wieder fahren wir an wunderschönen Wanderwegen vorbei. Schade, dass wir nicht fit genug sind um eine grössere Wanderung zu unternehmen. Endlich beim Observatorium angekommen sind wir überwältigt von der genialen Aussicht. Jetzt sind wir ja mal gespannt auf den Sternenhimmel. Der muss hier sicher genial sein. 

Da es uns draussen zu kalt ist, öffnen wir unser grosses Heckfenster und stehen nachts um 22 Uhr auf unserem Bett und schauen uns den gigantischen Sternenhimmel an. Einfach himmlisch.

Moni möchte am nächsten Morgen wieder runter ans Meer. Die Höhe in Kombination mit der Grippe tun ihr nicht so gut. Aber vielleicht fahren wir dann nochmals hier rauf, um ein wenig zu wandern.

 

Schon von den Bergen sehen wir den grossen Leuchtturm. Das ist unser nächstes Ziel. Endlich angekommen, staunen wir über den futuristischen Leuchtturm. Nur die Kuppel scheint hier bei allen Leuchttürmen gleich zu sein.

Wir geniessen die Zeit auf unseren Liegebetten und staunen, dass manche Leute meinen, dass wir etwas Schöneres sehen, als sie, zwei Meter nebenan. Denn da laufen doch einige ungeniert zwischen uns durch. Dabei ist der Platz riesig, und wenn wir unsere Stühle rausnehmen, stellen wir sie immer ganz nah zu Willi, damit wir uns nicht so ausbreiten. 

Auch am Abend, als wir drinnen sitzen, gibt es Leute, die genau vor die Türe stehen, um die Aussicht zu bewundern. Da sind wir dann froh, wenn Laila ihren Unmut kundtut und unsere Privatsphäre schützt. 

 

Heute müssen wir unbedingt wieder einmal etwas einkaufen, so fahren wir nach Playa de Puerto Naos. Wo wir einen Teil unserer Einkaufsliste abarbeiten. Die vollen Einkaufstaschen verstaut, suchen wir uns wieder einen Platz, wo wir die nächsten Tage bleiben können. Wir sind noch gar nicht entdeckungsfreudig, eher immer noch „grippig“. So fahren wir eine kleine Strasse zwischen den Bananenplantagen Richtung Meer und werden gleich fündig. Hier bleiben wir, denn hier hat es sicher keine Touristen oder Leute die spazieren. Ja, hier ist es schön einsam, hier bleiben wir und kurieren uns aus. So der Plan.

Doch leider fegt heute Nacht ein regelrechter Sturm über die Insel. Eigentlich erstaunlich, dass Oliver nicht wieder eine Kotztüte braucht. Es rüttelt an Willi herum, dass wir manchmal denken, wenn der kippt, stürzen wir die Klippe hinunter. Klar, selber schuld, warum muss man auch immer die beste Meersicht haben. Ja und nun ist es definitiv. Von Monika’s Frühlingsputz ist nichts mehr sichtbar. Unser Willi ist komplett innen und aussen sandig und vor allem mit einer Salzkruste versehen.

Auf der Küchenablage wird alles automatisch paniert. Das nennt sich rationelles arbeiten. So machen wir uns auf und suchen ein windstilles Plätzchen. Leider finden wir nirgends etwas. So meint Oliver, dann fahren wir halt in die Berge. Hmm, es fragt sich nun, was besser ist, Sand in allen Ritzen oder ein Baum der uns auf den Willi fällt. Das brutale an der Sache ist, es hat 27 Grad und tropische Luftfeuchtigkeit und es ist unmöglich die Türe und die Fenster geschlossen zu halten. Dazu kommt noch, dass wir immer noch die Grippe am ausschwitzen sind. Für eine gratis Akupunktur musst Du nur raus stehen, es fitzt und sticht an jeder freien Hautstelle. 

Auf der Suche nach einem windstillen Platz fahren wir an etlichen schönen Lavastränden vorbei und an der Saline, El Jardin de la Sal, mit den zwei Leuchttürmen.

Wir finden eine Nische zwischen den Lavahügeln, wo wir das Gefühl haben, hier windet es nicht so fest. Aber leider ist das nur ein Gefühl, denn das Glas Orangensaft bekommt innert kürzester Zeit auf dem Wohnzimmertisch eine dicke Sandschicht. 

Ja, wir werden wohl nach einer kurzen Pause einen weiteren guten Schlafplatz suchen. Ob wir wohl einen besseren finden? Der kürzeste Weg Richtung Berge würde über eine Schotterpiste, quer durch das Lavageröllfeld führen, doch unsere Abenteuerlust hält sich in Grenzen, als wir den Schotterweg sehen. So beschliessen wir, den etwas weiteren Weg über die normale Strasse zu nehmen. Kurz vor Las Caletas nehmen wir, völlig anspruchslos, einen kleinen Kiesplatz neben der Strasse. Oliver meint, das ist das Beste was wir bis jetzt gefunden haben, hier bleiben wir. Hier ist es immerhin halbwegs erträglich. Falls wir morgen nicht komplett mit Sand mumifiziert sind, werden wir uns wieder melden.........

 

 

Am nächsten Morgen stehen wir total gerädert auf und wir fühlen uns genauso wie unser Willi aussieht. So ziemlich alt und heruntergekommen. Wir wollen irgendwo einkaufen und uns dann einen Platz suchen, wo wir wirklich bleiben können. Doch je weiter wir Richtung Santa Cruz fahren, umso drückender wird es im Willi. Die Sicht wird immer schlechter und wenn man das Fenster aufmacht, hat man das Gefühl man kann nicht atmen. Wir sehen eine Autowaschanlage und beschliessen, Willi mal von seiner Salzsandkruste zu befreien. Keine Angst, uns ist schon bewusst, dass es eigentlich nicht viel bringt, bei dem hohen Sandanteil der in der Luft ist, aber Willi fühlt sich an wie Schleifpapier. Das Beste an der ganzen Aktion ist, wir können auch noch gleich unsere Wasservorräte auffüllen. 

So, jetzt nur noch schnell zum grossen Mercadona und dann weg hier. Wir beschliessen, auf die andere Seite der Insel zu fahren, denn eigentlich müssten die Berge und Wälder ja den gröbsten Sand in der Luft abfangen. Je höher wir kommen, umso angenehmer wird die Temperatur. Auch die Sicht ist hier wieder bedeutend besser. So, wir haben unseren Platz auf gut, 1200m gefunden, hier schlagen wir unser Lager auf. 

Es ist herrlich ruhig hier. Gegen Abend spazieren wir noch ein wenig mit Laila durch den Wald und schon bald werden wir von zwei neugierigen Raben begleitet, die dicht an unseren Köpfen vorbeischiessen und sich furchtlos vor uns auf den Weg stellen. So begleiten sie uns regelrecht und machen sich auch lauthals immer wieder bemerkbar.

Zum Glück haben wir Wegzoll dabei und geben ihnen etwas hartes Brot, dass wir für Laila dabeihaben und geniessen es, sie zu beobachten. Jetzt freuen wir uns auf eine ruhige Nacht, denn es ist „mucksmäuschen“ still, windet nicht und die Temperatur liegt bei angenehmen 20 Grad. Doch wie könnte es auch anders sein, auch diese Nacht wird nicht geschlafen. Laila meldet sich stündlich und muss ganz dringend raus. Anscheinend hat sie wieder irgendwie was Schlechtes gefunden und gefressen. Auf jeden Fall fühlen wir uns am nächsten Morgen genauso wie wir aussehen, schlicht Scheisse. Da unsere Solarzelle trotz Sonne keinen Strom produziert, muss Oliver die Solarzelle putzen und nutzt die Gelegenheit doch gleich...

Gegen Mittag schlendern wir dann doch noch durch den Wald und sind gespannt, ob unsere zwei gefiederten Freunde auch wiederkommen, denn dieses Mal sind wir vorbereitet und haben ihnen etwas mitgenommen. Moni ist froh, kommen die beiden schon kurz darauf angeflogen, so muss sie nicht mehr weiterlaufen. Es macht einfach Freude die beiden zu beobachten. Leider mögen Sie unsere kleinen Karottenstücke nicht, sie wollen nur das Brot. Was Laila umso mehr freut, da sie die Stückchen mit Genuss frisst. 

Jetzt müssen wir aber dringend zum Hafen um unser Fährticket für Teneriffa zu buchen. Da nur immer am Sonntag, um 13.30 Uhr eine Fähre geht und sonst täglich morgens um 4 Uhr. Was nicht ganz unseren Schlafgewohnheiten entspricht. So freuen wir uns umso mehr, dass es an unserem Wunschdatum, 8. März, tatsächlich möglich ist. Wir überlegen uns, wie oder wo wir die nächsten Tage verbringen wollen und entschliessen uns, weil es so schön war, nochmals Richtung Berge zu fahren. Aber zuvor wollen wir bei dem schönen Aussichtspunkt, den Schafbock melken, denn da bekommt man super gutes Wasser. Nicht schon wieder!!!!!!! Immer der gleiche Scheiss!! Wir möchten Dich ja nicht langweilen mit immer den gleichen Geschichten, aber... Nichts ahnend fahren wir, die relativ steile Strasse bergauf, als Oliver auf einmal meint, irgendetwas stimmt nicht. Willi kriecht mit nur gerade mal 40 Kmh den Berg hinauf. Wir überlegen uns, was der Grund sein könnte. Die Schaltanzeige wird auf dem Display nicht mehr angezeigt. Nach einer Weile, wie könnte es auch anders sein, leuchtet unser Lieblingssymbol. Das Motorblockzeichen. Wir fahren in eine kleine Ausfahrt und beraten was wir machen sollen. Oliver plädiert auf Mittagessen, während Moni lieber eine Mercedes Garage suchen möchte. Auch das mehrmalige komplette ein- und ausschalten zeigt keine Wirkung. So bleibt uns nichts Anderes übrig, als unser Auslesegerät an den Willi anzuschliessen. Man siehe und staune, das Auslesen der Daten vom AD Blue ergibt keinen Fehler, dafür gibt es beim Auslesen des Dieselpartikelfilters die Fehlermeldung...

Wir beschliessen von nun an, jedes Mal, wenn wir ein Problem haben, bei Mercedes Deutschland anzurufen, damit dort wirklich jedes Mal registriert ist, wenn wir wieder ein Problem haben. Denn es kann ja nun wirklich nicht sein, dass wir alle 3 bis 4 Monate bei Mercedes auf der Matte stehen müssen. Höflich und engagiert wie immer, werden unsere Daten und Probleme aufgenommen. Leider teil man uns mit, dass es auf La Palma keinen Mercedesservice gibt, sie werde das Problem jetzt mal an Spanien weitergeben. Kurze Zeit später ruft ein Deutschsprachiger zurück. Er teilt uns mit, dass wenn wir noch fahren können, es besser wäre, wenn wir nach Teneriffa fahren würden. Denn sonst müsste einer von Teneriffa kommen und falls er den Schaden nicht beheben kann, müsste er uns huckepack nehmen und so nach Teneriffa bringen. Da haben wir gesagt, dann müssen wir zuerst sehen, ob wir die Fähre umbuchen können. Diese Option gefällt uns nicht. Wir haben bis jetzt noch nicht viel von dieser wunderbaren Insel gehabt, da uns der Saharasandsturm und die Grippe ausgebremst hat. So meint Oliver etwas stinkig, dann versuchen wir den Partikelfilter selber auszubrennen, und lässt Willi im Leerlauf röhren. Ob es wohl doch besser gewesen wäre, zuerst etwas zu kochen? Das ganze wiederholt er ein paarmal, bis wir zur Testfahrt starten. Das Motorblockzeichen leuchtet zwar noch, aber die Leistung ist wieder voll da. So beschliessen wir, als Testfahrt doch zuerst zur Wasserstelle zu fahren. In der Not müssen wir halt dann unter der Woche auf die Fähre. Aber Willi erklimmt die Bergsteigung ohne Probleme. In der Zwischenzeit kommt eine SMS mit den Angaben der Mercedes Garage auf Teneriffa, mit der Mitteilung, er werde sich am Abend nochmals bei uns melden. Jetzt müssen wir uns entscheiden, bleiben wir auf gut Glück und nehmen die Fähre wie gebucht, oder buchen wir um. Aber dann wären wir fast 3 ½ Wochen auf Teneriffa und uns gefällt es hier auf La Palma doch so gut. Wir entscheiden uns zu warten. Doch der Techniker hat auch nicht mehr angerufen und unsere SMS kann nicht zugestellt werden. Wir beschliessen, uns dann gleich bei der Garage zu melden, wenn wir in Teneriffa sind. Wir fahren einen anderen Weg Richtung Observatorium und finden mitten im herrlichen Wald einen Platz mit Aussicht auf Santa Cruz. Auf unserem Spaziergang durch den Wald findet Oliver, er lasse sich vielleicht doch so einen Bart wachsen. Irgendwie haben ihn die Männer in Valle Gran Rey doch inspiriert. 

Am nächsten Tag fahren wir dann gemütlich zum Observatorium, wo wir das Glück haben und wieder genau unseren Parkplatz vom letzten Mal erwischen. Die Touristen tun uns irgendwie schon leid, die sind immer so im Stress, dass sie ihre Autos einfach irgendwie parkieren. Dabei hätte es überall genügend Platz, man müsste dann halt vielleicht 50m laufen. So werden wir gerade Zuschauer, wie ein Mitarbeiter vom Observatorium sich bei einem Deutschen beschwert, weil er mit seinem parkierten Auto einfach die Strasse blockiert. Kurz darauf kommt wieder ein Auto und stellt ihn noch dümmer in den Weg. Wir sitzen bei offener Türe im Willi und Oliver fragt sich lauthals, wie bescheuert und egoistisch man denn sein muss, um sein Auto so zu parkieren. Moni meint, pssst, nicht so laut, die verstehen dich vielleicht, aber das ist Oliver egal. Und es kommt wie es kommen muss, es sind Schweizer, die da so dämlich parkieren. Die Frau findet, sie hätten auch das Recht hier zu parkieren und die Aussicht zu geniessen. Worauf Oliver entgegnet, wenn es keinen Parkplatz hat, hat es keinen und es ist kein Menschenrecht hier zu parkieren. Und zudem, wenn sie ja schon gesehen haben, dass wir Schweizer sind, hätten sie ja auch fragen können, ob sie kurz hinter uns parkieren können. Aber das entspricht offensichtlich nicht der Schweizer Touristenmentalität. Da in der Zwischenzeit einer wegfährt, hat sich ja jetzt das Problem von alleine gelöst. So spazieren wir auch noch mit Laila ein wenig und geniessen die wirklich fantastische Aussicht. Nun machen auch wir unseren Parkplatz wieder frei und suchen uns einen Platz, wo es hoffentlich keine Touristen hat. Unser Weg führt uns durch viele kleine Ortschaften, bis wir etwas oberhalb von einer Bucht einen herrlichen Platz finden. 

Wir geniessen das super Wetter, die herrliche Aussicht und schreiben wieder einmal an unserem Blog. Die neugierigen kleinen Eidechsen beobachten jede unserer Bewegungen und wir verbringen unsere Zeit mit Filmen und fotografieren der herzigen Kerlchen. Und wieder finden wir etwas Wichtigeres als zu schreiben und die Tage vergehen doch sooo schnell.

So fahren wir noch einmal zu dem schönen Nationalpark, wo wir die Raben getroffen haben. Nur fahren wir dieses Mal in die Richtung Mirador Astronomico del Llano del Jable. Hier ist es einfach genial. Natur pur, absolute Ruhe, ausser das Vogel Konzert im Hintergrund und in der Nacht stehen wir unter dem Sternenhimmel. Ja uns gefällt das Einsiedlerleben besser und unserer Laila definitiv auch. So kann sie sich gemütlich auf dem staubigen Boden wälzen, selber zwischen Schatten und Sonnenplatz wählen, gemütlich zwischen den Bäumen umherschnuffeln, und da wir ja grillieren, gibt es auch noch feine Knochen fürs sie. 

Ja und anstatt an unserem Blog zu schreiben, spielen wir mit den wunderschönen Tannzapfen Boccia. Aber morgen dann, ganz bestimmt. Ganz fleissig sitzen wir draussen, wohlgemerkt am Schatten und sind ganz eifrig am Schreiben, als am frühen Abend langsam ein Sturm aufkommt. Also schnell alles zusammenpacken und rein. Gerade noch rechtzeitig. Die ganze Nacht wird Willi wieder geschüttelt und auch am nächsten Morgen ist es neblig, windig und kalt. Aber da ja Laila trotzdem raus muss, geht Moni, angezogen wie in tiefsten Winter mit ihr raus. Da sie ja nur das Beste für Laila will, geht sie nicht etwa dem Weg entlang, nein, sie marschiert querfeldein durch den Nationalpark und das bei stockdichtem Nebel. Als Laila endlich den geeigneten Platz für ihr Geschäft gefunden hat, was anscheinend, ab einem gewissen Alter gar nicht mehr so einfach ist, will Moni zurück zu Willi. Doch irgendwie muss der ständige Wind und der dichte Nebel den eh schon nicht so guten Orientierungssinn getrübt haben. Denn auf einmal gelangt sie an eine kleine Schlucht, wo sie definitiv nicht hergekommen ist. Was jetzt? Sie muss einen der vielen Wanderwege finden, denn die würden ja wieder zur Strasse führen. Für einen kurzen Moment achtet sie nicht auf Laila, sondern schaut sich in alle Richtungen um, und schon passiert es. Die alte Lady ist weg. Jetzt kommt sie erst recht ins „hyppern“. Nein, die Kleine finden wir nie mehr, und die ist so alt, die würde auch nicht alleine zu Willi zurückfinden. So schreit sie wie wild nach Laila, bis diese Minuten später, es fühlt sich nach Stunden an, endlich wieder im dichten Nebel auftaucht. Erleichterung macht sich bei den beiden breit. So, jetzt also irgendwie zur Strasse und dann Oliver anrufen. Laila weicht ihr nicht mehr von der Seite. Zum ersten Mal findet sie Willis Tarnfarbe nur Scheisse. Warum haben wir nicht ein Weisses gekauft. Auf einmal lichtet sich der Nebel ein wenig und sie sieht die Umrisse von Willi. Juhu. Ihr Herz macht einen „Freudengump“. Als Moni die Türe zum Willi öffnet meint Oliver, hei wo warst du so lange, nach einer Stunde hatte ich schon Angst du hast dich verlaufen bei diesem Nebel. Schnell machen wir alles abfahrtsbereit und fahren aus diesem Nebelloch heraus. Unterwegs meint Oliver, du, wenn wir eh schon beim Mercadona vorbeifahren, wollen wir noch ein Brot kaufen? Eigentlich bräuchten wir ja nichts, und ein Brot kann man auch in einem kleinen Laden kaufen, denn Moni weiss wie das endet. Aus einem Brot werden dann schnell 2 Einkaufstaschen. Aber warum nicht, nach diesem Schrecken von heute Morgen kann sie gut ein feines Dessert gebrauchen. 

 

 

Nach der Mittagspause möchten wir beide noch die Haare waschen. So werfen wir die Heizung an, um das Wasser zu wärmen, denn heute ist es wirklich zu kalt, um mit kaltem Wasser die Haare zu waschen. Doch wie es halt so ist, immer, wenn wir 3 Tage stehen, ist nachher die Batterie zu schwach, und obwohl wir eine Stunde gefahren sind, bringt die Heizung die Fehlermeldung, dass wir zu wenig Strom haben. Ja, wir hoffen, dieses Problem dann in unserem Heimaturlaub endgültig zu lösen. Wobei es echt mühsam ist, jemanden zu finden, der uns den Umbau für die Lithiumbatterie macht. Entweder heisst es, keine Zeit, oder wir nehmen nur unsere eigenen Kunden, oder so schnell geht das nicht, wir sind im April schon ausgebucht. Obwohl wir im Januar unsere Anfragen gestartet haben. Komisch oder? Anscheinend ist niemand am Geldverdienen interessiert. Jammern wegen zu wenig Arbeit ist einfacher. Nachher fahren wir wieder beim Geissbock vorbei, um unser Wasser zu füllen und dann wollen wir noch zu dem schönen Wasserfall in Los Tilos. Da es vom Parkplatz bis zum Wasserfall nicht so weit ist, nehmen wir Laila auch mit. Dieses saftige grün, das Moos und die riesigen Farne muten wie im tropischen Regenwald an. 

Da es auch noch leicht nieselt, fühlt es sich erst recht so an. Nur die Temperatur müsste noch ein wenig höher sein. Der Weg zum Wasserfall führt über einen kleinen, ziemlich matschigen Pfad, der zum Teil durch dunkle Tunnelstollen führt und unter dem Fussboden hört man das kanalisierte Wasser des Wasserfalls. 

Laila watet seelenruhig durch das knöcheltiefe Wasser, während wir uns bemühen nicht auf den glitschigen und wackeligen Steinen auszurutschen, aber was macht man nicht alles für eine gute Sicht auf den Wasserfall und das Feeling des Sprühnebels in den frisch gewaschenen Haaren. Den Rückweg nehmen wir durch das alte, ausgetrocknete Flussbett, was uns noch mehr schöne Einblicke in die Schlucht ermöglicht.

Am Samstag-Nachmittag fahren wir zurück nach Santa Cruz de La Palma. Schliesslich möchten wir uns dieses herzige Dörfchen auch noch genauer anschauen. Und wirklich. Die Altstadt ist bezaubernd, mit all den liebevoll gebauten Balkonen an den Fassaden. 

Die Kirche, von aussen ganz schlicht, besticht im Innern mit ihren Holzschnitzereien. 

Wir schlendern durch die Gassen und sehen immer wieder bezaubernde Kleinigkeiten. Auch die vielen farbigen Häuschen, etwas ausserhalb bestechen einfach mit ihrem Charme. 

Der hölzerne Zweimaster sieht aus, als ob er wie die Arche Noah, nur auf die nächste Flut wartet.

Schon spannend, im Hafen steht jedes Mal ein anderes grosses Kreuzfahrtschiff. Und dann sehen wir die vielen Busse mit der Aufschrift, La Palma in einem Tag. Wow. Aber ganz genial fanden wir, als wir am Abend schon im Bett liegen, ertönt drei Mal ein langes dumpfes Schiffhorn, zum Zeichen, dass der Luxusdampfer aus dem Hafen fährt. Ui, wenn das am Zürichsee gemacht wird, gibt es gleich Anzeigen. Dabei ist das ein wirklich schöner Ton. Am nächsten Morgen, als wir rausgehen, steht schon der nächste Luxusdampfer da. Wahnsinn. So viele Leute fluten dieses kleine Städtchen. 

Wir machen es uns noch gemütlich und fahren dann um 12.30 Uhr zum Hafen. Wir bekommen wieder einen Teneriffa Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt und bereiten uns auf eine lange Schifffahrt vor. Als schon so langsam die Insel in Sicht ist, weckt Moni Oliver und meint, Du schau mal, müssen wir nicht hier raus. Oliver sieht gleich auf den ersten Blick, dass das Teneriffa ist. Warum auch immer, dieses Mal sind wir nicht über La Gomera gefahren, sondern direkt nach Teneriffa. Aber das Tüpfelchen auf dem i ist, wir werden tatsächlich wieder von ein paar Delfinen begleitet. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Ernst Andreas und Silvia (Montag, 16 März 2020 01:00)

    Hallo Ihr Beiden,
    Das ist ja der Hammer Eure originelle Berichterstattung.
    Haben begonnen Eure Homepage zu lesen und sitzen seit geraumer Zeit vor dem PC und lesen und lesen und lesen und schauen uns die Bilder an. So hätten wir uns das Reisen auch vorgestellt.
    Eigentlich kommt uns die Quarantänezeit hier in San Andrés gerade recht, Euch beide besser kennen zu lernen, wenn auch zuerst über die Homepage! Sind noch nicht weit gekommen, werden unsere Entdeckungstour auf der Homepage morgen fortführen.

    Liebe Grüsse vom EX 366 Andi & Silvia

  • #2

    Vreni (Montag, 16 März 2020 17:13)

    so, das war wieder spannend zu lesen ! - und wow, was für eine schöne Insel !

  • #3

    s'Tanti (Samstag, 21 März 2020 16:31)

    Wow, was für ereignisreiche Tage auf dieser kleinen Insel !
    Ui, ui, ui - dieser Sandsturm. Schon nur der Gedanke daran lässt bei mir die Zähne knirschen und die Augen zwinkern.
    Wunderschön, diese exklusiven Naturfotos. Und wie Euer Reisebericht sagt, das muss eine wirklich herrliche Insel sein. Zudem ein Sternenhimmel, von dem ich in Frauenfeld nur träumen kann.
    Auch die Umgebung beim Wasserfall, ein richtig verwunschener Feen Wald. Dieses Licht, schon fast mystisch.