Unsere letzte Kanaren Insel Teneriffa

Am Sonntag, 8. März 2019 landen wir auf unserer letzten Kanarischen Insel, Teneriffa. Da diese Insel ja ein bisschen unsere Pufferinsel war, fahren wir gleich wieder zu unserem Stammplatz, damit wir nicht noch lange nach einem geeigneten Schlafplatz suchen müssen. Hier können wir auch noch wunderbar mit Laila spazieren gehen und was auch noch von Vorteil ist, gleich im nächsten Dorf hat es eine Wäscherei. 

Eigentlich müssten wir mal einen Bericht schreiben über „das Wäsche“ waschen und die Menschen die man dort trifft. Aber wer in einem Mehrfamilienblock wohnt, kennt solche Geschichten sicher zur Genüge. So lassen wir das lieber. Am Nachmittag fahren wir dann noch nach Vilaflor. Das soll ja so ein herziges Dorf sein. 

Die schmale Strasse schlängelt sich den Berg entlang, bis wir nach Madre del Agua kommen. 

Hier möchten wir zu dieser Mondlandschaft, Paisaje Lunar wandern. Wir starten nicht vom offiziellen Parkplatz aus, denn dort haben wir keinen Parkplatz gefunden. Um 16.30 Uhr haben wir unsere Schuhe montiert und starten mit unserer Wanderung. Jetzt ist es nicht mehr so warm und für Willi haben wir ein bisschen Schatten gefunden, damit wir Laila hierlassen können. Leider macht ihr das Alter immer mehr zu schaffen. Über Stock und Stein arbeiten wir uns durch das steile und rutschige Gelände immer weiter den Berg hinauf. Bis auf 1980m schaffen wir es. Wir zweifeln, ob wir die Mondlandschaft je finden werden. Denn unser Blick zeigt uns nur, Berg, Berg, Berg. Die Maps.me App ist ja ganz ok für das Strassennetz. Aber es gibt uns immer wieder eine andere Distanz an. Da die Sonne gleich hinter den Berggipfeln verschwindet, befürchten wir, dass wir in die Dunkelheit kommen. Vor allem wird es jetzt auch gleich massiv kühler. Ziemlich enttäuscht machen wir uns auf den Rückweg. 

Wir bleiben gleich hier und schlafen wunderbar in dieser ruhigen Umgebung oder nach der anstrengenden Bergwanderung? Nach einer herrlichen Morgenrunde mit Laila fahren wir weiter Richtung Arenas Negras, wo der Weg, oder die Piste durch die Lavafelder führt und wir wieder einmal froh sind, dass wir so gute Pneus haben. 

Zum Glück finden wir eine kleine Ausbuchtung, welche wir gleich in Beschlag nehmen. Denn in der Zwischenzeit ist es schon wieder Mittag und wir verspüren ein leichtes „Hüngerlein“. Gut gestärkt geht unsere Fahrt weiter nach Los Gigantes. Wir haben uns da anscheinend was Anderes vorgestellt. Es ist sicher sehr hübsch anzusehen, aber es ist jetzt nicht wirklich spektakulär. 

Auf dem Weg Richtung Masca erreicht unser Willi den Kilometerstand von 111'111km. 

So herzig es in Masca ist, aber wir möchten nicht hier leben. Warum wohl? Für uns ist es einfach zu touristisch. Die paar Einwohner die es noch hat, müssen sich hinter hohen Zäunen verbarrikadieren, damit ihnen niemand durch das Wohnzimmer läuft. Es hat auch überall Drohnenverbotsschilder aufgestellt. Wieso wohl? Da tun uns die Einheimischen schon leid. Aber nicht nur die Einwohner, sondern auch diese schönen Kakteen, die den Touristen zum Opfer fallen. Es gibt hier keine einzige, die nicht mit Liebesbotschaften und Namen zerstört wurde.

Die Fahrt nach Masca hat uns so gut gefallen, dass wir versuchen, mit der Kamera ein bisschen dieser schönen Natur für Dich zu filmen. Denn der Ausflug durch die herrlichen Serpentinen ist wirklich schön. Die Strasse dürfte doch etwas breiter sein. Denn so mancher kommt hier angebraust, dass unsere Herzfrequenz in die Höhe schnellt. 

In El Baracan, können wir gleich beim Aussichtspunkt übernachten. Herrlich ruhig, super Aussicht. Die Insel La Gomera sieht aus, als ob sie auf einer Wolke schweben würde und auf der anderen Seite die Sicht zum Teide, einfach famos.  

Am nächsten Morgen geht es weiter, durch die vielen kleinen Dörfer bis runter ans Meer nach Buenavista del Norte. Wo wir wieder Wasser finden und sogleich alles füllen. Wir möchten gerne zum Leuchtturm, doch die Strasse ist tagsüber gesperrt. Man könnte nur mit dem Reise-Bus gehen und das wollen wir nicht. So fahren wir zum Meer, wo wir an der Playa de las Arenas einen schönen Parkplatz finden und auch gleich bleiben.

Durch kleine, enge Strassen, fahren wir die kurvenreiche Strecke durch das Anaga-Gebirge und den herrlichen Lorbeerwald. Es ist auf Teneriffa nicht leicht, einen guten Schlafplatz zu finden. Als wir schon fast die Hoffnung aufgegeben haben, sehen wir einen wunderbaren Waldparkplatz. Juhui, endlich gibt es was zu essen. Doch zu früh gefreut. Eine resolute Spanierin versucht uns klar zu machen, dass wir hier nicht bleiben können. Als wir sie nicht verstehen wollen, geht sie zum Kofferraum und nimmt eine grosse Rolle Absperrband hervor. Ja, ist ja schon gut, wir haben es ja eigentlich schon vorher verstanden. Nur verstehen können wir es nicht. So fahren wir weiter zum Aussichtspunkt Cruz del Carmen. So, hier stellen wir uns auf den Parkplatz und bleiben. Die Aussicht ist wieder einmal genial.

Am Morgen staunen wir nicht schlecht, als morgens um 7 Uhr 30 schon die Arbeiter auf dem Platz umherrumoren. Seit wann stehen denn die Spanier so früh auf??? Aber das macht ja nichts. So wollen wir die Gunst der Morgenstunde nutzen und hier noch ein bisschen durch die Wälder streifen. Doch für Laila ist es definitiv noch zu früh. Sie weigert sich aufzustehen und wenn sie könnte würde sie sich die Decke über den Kopf ziehen. 

Die Fahrt führt uns weiter durch die Berge bis hinunter zum Meer. An der Playa Benijo finden wir einen guten Platz, wo wir dann gleich auch beschliessen zu bleiben. Da wir ja schliesslich die vielen Zeitungen und News lesen müssen. Irgendwann sollten wir uns ja entscheiden, was wir jetzt machen. Bevor unser Kopf, vor lauter nicht wissen was besser ist anfängt zu rauchen, spazieren wir mit Laila die Strasse hinauf, denn da müssten wir ja dann zur Playa del Fabian kommen. Aber Laila ist das anscheinend zu weit, so kehrt sie einfach um und wir folgen ihr brav.

Heute fahren wir nun also nach Santa Cruz in der Hoffnung, dass wir unsere gebuchte Fähre vom 26. März auf den 19. März umbuchen können. Obwohl wir immer noch ziemlich hin und hergerissen sind, ist es besser, wenn wir hierbleiben und alle unsere Termine in der Schweiz absagen? Oder ist es besser, wenn wir es versuchen und wenn wir Pech haben und sie uns an den Grenzen nicht durchlassen, dann halt doch noch absagen. Aber wir wissen ja auch gar nicht, ob die Fähren überhaupt noch fahren. So fahren wir also zum Fährhafen. Auf dem Wegweiser ist die FSR Fähre angegeben, aber nachher nicht mehr. Bei der Armas ist eine Seite des Einfahrtstors geschlossen und so fragt Oliver, wo wir denn unser Ticket für die Fähre machen können. Eine sehr sympathische, hilfsbereite, junge Frau, der man den Anschiss schon 100m gegen den Wind ansieht, und deren Motto es anscheinend sein muss, Hauptsache keine Arbeit, wimmelt uns ab und sagt uns nachdem sie unser Ticket gesehen hat, ja, ja, da entlang. Und zeigt uns mit ihrer Hand die Richtung. Also fahren wir „da“ entlang, wo auch immer das „da“ sein wird. Nach Konsultation von Dr. Google fahren wir einmal quer durch die Stadt, wo wir dann auch vor verschlossenem Tor stehen und überhaupt nichts angeschrieben ist. Nach hitziger Diskussion und unnötigen Kilometern, fahren wir wieder zurück, zu der ach so netten Frau. Oliver parkiert im Parkverbot und Moni geht mit unserem Ticket zur netten Frau. Da ja auch Moni ganz nett sein kann. Durch ihr stures, ja aber, ja wo denn, und einfach nicht weggehen, erfährt sie, dass das Ticketoffice in dem Gebäude ist, wo sie das Tor bewacht und aber erst um 16 Uhr wieder öffnet. Aber sie könne ja der blauen Linie entlanglaufen, dort gibt es auch ein Office. Da es ja noch vier Stunden dauert, beschliesst Moni, der blauen Linie nachzulaufen, denn vielleicht wissen die ja im Stadt-Office auch, ob die Fähren fahren oder nicht. Aber die blaue Linie endet bei einer Brücke und bei einem Lift. Beides probiert Moni aus. An keinem der beiden Orte geht die Linie weiter.

Nachher gibt es einfach nichts mehr. Was soll das? So fragt Moni noch weitere Leute, aber alle sagen ihr, die Tickets gibt es nur am Hafen, dort wo die nette Frau ist. Tja, es gibt halt viele verschiedene Menschen auf der Welt. Also zurück zu Willi. Da die Stadt schon ziemlich ausgestorben wirkt, nimmt sie Laila und das Portemonnaie und will nochmals zurück in die Stadt, um in der Apotheke noch die Schiffstabletten zu kaufen. Als sie wieder bei der netten Frau vorbeiläuft, hört sie gerade, wie sie einem Deutschen genau dasselbe sagt. Moni erzählt ihm, dass die blaue Linie eh aufhört und er bis vier Uhr warten müsse, dafür erfährt sie, dass Spanien ab 15 Uhr Ausgangssperre hat. Ja das erklärt wohl, warum es in der Stadt so ausgestorben aussieht. Leider sind in der Zwischenzeit bereits zwei Apotheken geschlossen und bei der dritten, verhindern sie mit Absperrband, dass man durch den Laden läuft. Das Geld muss man auf eine Säule legen und die Medikamente werden dann auch auf diese Säule gelegt. Ja irgendwie wirkt alles so gefährlich ansteckend. 

Also zurück zu Willi. Um Punkt 16 Uhr stehen wir vor dem Tor. Anscheinend hat sie jetzt Feierabend, denn ein netter Herr steht am Tor und sagt, wir müssten noch etwa 5 bis 10 Minuten Geduld haben. Kein Problem, wir haben ja Zeit. Mittlerweile stehen hier sehr viele Leute, sodass wir uns wieder zurückziehen. Unser Ticket wird ohne Diskussion umgebucht. Das heisst doch eigentlich, dass die Fähren fahren. Wir deuten es auf jeden Fall als gutes Zeichen. Jetzt wollen wir zur Sicherheit noch unseren Dieseltank füllen. Man weiss ja nicht, wie es weitergeht und tatsächlich, der Tankstellenshop ist zu, tanken muss man jetzt selber und bezahlen muss man durch einen kleinen Schlitz in einem Seitenfenster. In den Läden hier, sieht man doch einige volle Einkaufswagen, aber schliesslich sieht unser Wägelchen ja immer so aus, ob mit oder ohne Corona, ha ha. Wir fahren etwas ausserhalb zu einem Strandparkplatz. Da es schon einige Wohnmobile hat, beschliessen wir zum nächsten zu fahren, aber dort gefällt es uns gar nicht, also wieder zurück. Wir stellen uns auf den äussersten Parkplatz. Trotz Ausgangssperre hat es noch sehr viele Leute am Strand. Spannend. Auch die Polizei holt sich beim „Glaceauto“ ein fein aussehendes Soft-Ice und wir denken uns, na dann kann es ja nicht so schlimm sein. Am nächsten Morgen, bekommen wir Besuch von Andreas und Silvia. Zwei Schweizer, die auf ihrer ersten grossen Fahrt sind. Sie stehen mit ihrem Wohnmobil weiter vorne auf dem Parkplatz. So stehen wir also, mit gebührendem Abstand neben Willi, und tauschen gegenseitig unsere Infos aus. Wir sehen zwei Motorräder auf uns zu kommen. Der eine Polizist hält bei einem Jogger und der andere kommt zu uns. So wird uns klar und deutlich gesagt, was man darf und was nicht. Eigentlich müssten wir uns nun verabschieden, denn wir dürfen nicht draussen stehen und mit anderen Menschen sprechen. Aber da uns noch ein paar Fragen in den Sinn kommen, bleiben wir stehen und geniessen das Gespräch mit Andreas und Silvia. Als der fliegende Polizist wieder angebraust kommt, sieht er etwas grimmig aus, aber Oliver winkt ihn sogleich zu uns und meint, wir hätten noch einige Fragen. So stellt er den Motor aus und beantwortet uns diese geduldig. Dann setzt er einen strengen Gesichtsausdruck auf und meint, so, jetzt aber, hopp, hopp, alle zurück in ihr Haus. So müssen wir unsere neugewonnenen Freunde schon nach Hause schicken, nach nur gerade 5 Minuten. Im Abstand von 15 bis 30 Minuten fährt nun ständig ein Polizeiauto an uns vorbei, und zwei halten an und schreiben unsere Autonummer auf. Tja, was nun. Und wie immer in blöden Situationen, kochen wir uns halt was Feines.

Ja und Fotos aussortieren müsste man ja auch mal noch. Ach ja und Blog schreiben wäre auch was. Doch Olivers Lieblingsspruch ist, ja, mach mal!!! Er hat die Stühle gedreht und geniesst die Aussicht. Doch nicht sehr lange....

Bei der Morgenrunde, dank Laila dürfen wir immerhin kurz raus, spazieren wir zu Andreas und Silvia. Von weitem sprechen wir kurz miteinander, bis wir schon wieder ein Polizeiauto sehen, also schnell so tun, als ob wir hier nur spazieren und zurück zu Willi. Alles ok. Wir möchten gerne am Mittwoch noch unsere Wassertanks füllen, und so geht Moni in Laila’s Begleitung mit einer 20 Liter Wasserflasche zum Rot-Kreuz Haus. Die Männer sind gemütlich am Schwatzen. Schliesslich haben sie ja nichts zu tun, bei dem menschenleeren Strand. 

Einer der Männer füllt ihr die Flasche und so fragt sie ihn, ob es möglich sei am Mittwoch unseren Wasservorrat zu füllen. Er meint, im Moment haben sie Anweisung hier zu sein, somit ist es kein Problem. Wir können gerne das Wasser füllen, aber er weiss halt nicht, wie lange sie noch hier sein müssen. Auch heute fahren regelmässig Polizeiautos bei uns vorbei, wobei wir uns langsam fragen, ob die wegen uns kommen, oder wegen des menschenleeren Traumstrandes. Denn viele halten an, steigen zum Teil mit Schutzmasken aus und fotografieren den Strand.

Eigentlich wollten wir ja unsere Auszeit auf den Kanaren nutzen um unsere weitere Reise zu planen und organisieren. Aber nun stehen wir immer noch, genauso wie im Herbst, ohne weiteres Ziel da. Nur, jetzt ist es noch viel schwieriger etwas zu planen als zuvor. 

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Ja, da stehen wir an so einem herrlichen Strand, wohl dem schönsten auf den ganzen Kanaren und dürfen nicht raus. Selbst die Tauben halten sich an das Ausgehverbot.

So freuen wir uns bis endlich Donnerstag ist. Die Polizei sitzt mit Schutzmasken im Auto und patrouilliert in den Strassen. Am Mittwoch-Mittag halten sie und sagen uns ziemlich resolut, wir können heute noch hier stehen, aber morgen müssen wir hier verschwinden. Mittlerweile tummeln sich auch immer mehr Schiffe vor dem Hafen. Ob die schwimmende TUI-Stadt Passagiere hat oder ob sie leer dort steht, wissen wir nicht. Doch in der Nacht leuchtet sie wie ein Weihnachtsbaum. 

Am Nachmittag fahren wir dann zum Roten-Kreuz und füllen alle unsere Wasservorräte. Man weiss ja nicht, was auf dem Festland los ist. Wir fahren noch kurz, natürlich in grossem Abstand zu Silvia und Andreas und plaudern mit ihnen durch die offenen Fenster. Wir besprechen noch ein bisschen die Lage der Nation. Ihnen hat die Polizei gesagt, Wohnmobile müssen alle auf den oberen Parkplatz bei der Oper fahren. Da wir jetzt noch einkaufen und dann gleich zum Hafen wollen, vereinbaren wir, dass wir ihnen dann einen kurzen Lagebericht vom Hafen senden. Denn sie gehen auch am Donnerstag auf die Fähre. Als wir weiterfahren, winkt uns ein Spanier, der mit seinem VW-Bus auch etwas abseitssteht. Er will von uns wissen, was die Polizei zu uns gesagt hat. Ihn hätten sie angewiesen, er müsse morgen ins Obdachlosen Heim. Wow, das ist hart. Er wohnt ja in seinem Bus. Er ist nicht obdachlos. Aber da man nicht mehr ohne Grund fahren darf, muss er jetzt dorthin. So fahren wir also zuerst zum Mercadona. 

Dort schaut ein Security, dass immer, wenn einer rauskommt einer rein darf. Bevor man das Einkaufwägelchen nimmt, müssen die Hände desinfiziert werden. Es hat Plastikhandschuhe, um die Früchte und das Obst aus dem Gestell zu nehmen. Die Leute halten den Abstand sehr gut ein, es gibt keine Hamsterkäufe und auch keine Hektik. So fahren wir zum Hafen. Dort heisst es, wir können hier nicht über Nacht stehen. Also fahren wir zu dem besagten Parkplatz. Doch dort stehen die Wohnmobile zusammengepfercht in einer Reihe. Na, da stehen wir aber doch lieber ganz alleine irgendwo und fahren auf den unteren Parkplatz, trotz 3.5t Gewichtslimitte. Da wir aber extra vom oberen Parkplatz zum unteren fahren, können wir so das Schild gar nicht gesehen haben. Was auch keine Rolle spielt, da keiner der vielen vorbeifahrenden Polizisten etwas sagt.

Am Abend kommen dann Silvia und Andreas und so können wir noch einmal mit ihnen plaudern. Natürlich wieder nur mit grossem Abstand und durch die geöffneten Fenster. Leider stellt sich heraus, dass sie um 1 Uhr 30 auf die Fred Olsen Fähre gehen und wir um 11 Uhr auf die FRS. Das ist jetzt sehr schade. So wäre die Zeit sicher schneller vorüber. Am nächsten Morgen schaut Oliver im Internet wie es denn ausschaut mit den Fähren. Ups, alle sind gestrichen, die letzte Fähre ist unsere und die fährt unter Auflagen, was auch immer das heissen mag. Wir sind schon um 8.45 Uhr am Hafen und es hat bereits viele Autos und Wohnmobile. So stellen wir uns, in die uns zugewiesene Kolonne und warten. Irgendwann kommt einer und kontrolliert unser Ticket. Bei der Autokolonne muss jeder einzeln zum Schalter und kommt mit einem Formular zurück, dass dann wieder einer einsammelt. Nun werden auch wir aufgefordert dieses Formular zu holen. So stehen wir also in der Schlange vor dem Schalter, wo alle den gleichen Kugelschreiber benutzen. Dieses Formular sei für die Polizei wird uns mitgeteilt und zusätzlich müssen wir noch 286 Euro bezahlen. Für was, wissen wir nicht. Aber da wir ja sicher die Fähre nehmen wollen, bezahlen wir. Mit dem Formular wieder zurück zu Willi, wo es dann später wieder abgeholt wird. Hauptsache wir können auf die Fähre. Die Leute ziehen sich zwei Halstücher bis unter die Augen, setzen eine riesige Sonnenbrille auf, irgendwie stehen einfach alle unter Strom. Endlich auf der Fähre, sprintet Moni auf Deck 9 um für Laila eine untere Box zu reservieren. Oliver kommt mit Laila nach. Oh je, dieses Mal gibt es keinen Container, nur freistehende aussen Boxen und das Wetter ist nicht unbedingt das Beste. So packen wir Laila in die Box und gehen nochmals zum Willi. Wir brauchen noch mehr Decken für Laila. Mit der Wasserfesten-Unterlage schützen wir sie vor dem Wind und der Feuchtigkeit. So hoffen wir wenigstens. Da die Boxe angetrocknete Scheisse und Futterreste am Boden hat, legen wir noch zwei Plastiksäcke auf den Boden und erst dann die Tücher darauf. Wenn wir sehen, dass die meisten, ihre Hunde einfach in die Boxe sperren, ohne Bodenschutz und Wasser, tun uns die Hunde doch sehr leid. Vor allem dieses kleine, doch noch sehr junge Hundebaby.

So, jetzt aber nichts wie los und in unsere Kabine einchecken, damit wir das Gepäck loswerden. Vor der Rezeption haben sie am Boden Plastikmarkierungen angebracht, damit man den Abstand einhält. Wir deponieren unsere Sachen in der Kabine und machen uns dann gleich auf den Weg zum Mittagessen, und als wir retour kommen, sehen wir, wie das Personal Wasser im Gang aufwischt. Ja und wie könnte es anders sein, anscheinend hat die Toilette in unserem Zimmer das halbe Schiff geflutet, obwohl wir diese nicht einmal benutzt haben. Unsere Rucksäcke stehen im Wasser und während ein Techniker versucht die Verstopfung zu beheben, bemühen sich 2 Männer, das Wasser aufzuwischen. Da verziehen wir uns doch gleich wieder. Sorry, aber jetzt kommt etwas Böses. Männer können einfach nicht putzen. (Dieses Mal ist Oliver unschuldig) Als wir wieder zurück in unsere Kabine kommen, steht unser Toilettenraum immer noch unter Wasser. Bei jedem Wellengang flutscht das Wasser hin und her. Die Toilette und das Lavabo stehen vor Dreck. Keine Ahnung was die damit gemacht haben. Aber da wir ja jetzt so viel für diese Überfahrt bezahlt haben, und wir zudem auch kein Reinigungsmaterial haben, findet Moni, das kann nicht sein und geht zur Rezeption. Es ist ja nett, dass er gleich sofort kommt, aber nachdem er den Boden nochmals versucht hat mit seinem riesigen Wischmopp, den er gar nicht richtig auswringen kann, zu trocknen, reinigt er die Toilette und nachher das Lavabo, mit dem gleichen Papier!!! Die perfekte Reihenfolge. Männer!!! Na so wird Moni diesen Raum nicht benutzen. Selbst ist die Frau. Alles nochmals durchreinigen und gut ist’s. Wir legen uns ein wenig aufs Ohr. Auf einmal dröhnt es aus dem Lautsprecher. Leider verstehen wir nur, dass man zum Autodeck gehen soll. Hoffentlich ist bei dem argen Wellengang nichts mit den Fahrzeugen. Aber anscheinend sollte das nur heissen, dass man jetzt nochmals die Chance hat, um ins Fahrzeug zu kommen. Wie wir sehen, hat sich eine Deutsche Familie tatsächlich im Wohnmobil verschanzt und bleibt drinnen. Obwohl es doch sehr laut und stickig in dem Laderaum ist. Zum Glück gibt es schon bald das Nachtessen, so geht wenigstens die Zeit ein bisschen rum. Wenn man eine Kabine bucht, ist das Essen und Trinken inbegriffen. Aber empfehlen können wir die Küche nicht. Das Essen ist lauwarm oder auch schon kalt und es ist limitiert. Nur wussten wir das am Anfang nicht. Also zwei verschiedene Salate darf man nicht nehmen, zwei Desserts schon gar nicht. Aber da das Dessert schon auf dem Tablet ist, dürfen wir es dann doch behalten. An der Kasse müssen wir dann den Zettel zeigen, mit der Kabinen Nummer. Am Mittag war das ja kein Problem, doch dieses Mal meint er, da stimme etwas nicht, Monika sei alleine gebucht in der Kabine. Er will unser Ticket sehen, aber das ist in der Kabine, so meint er, wir sollen jetzt essen und ihm dann nachher die Tickets zeigen. Oliver brummt, für diesen Schlangenfrass bezahle er sicher nicht noch mehr, schliesslich haben wir ja schon mehr als genug bezahlt, mit insgesamt 1493.43 Euro, nur für die Fahrt Teneriffa-Huelva. So holt er es schnell aus der Kabine und der Mann nimmt es und sagt, er werde es überprüfen. Kurze Zeit später bringt er das Ticket zurück an unseren Tisch und meint, es sei alles ok. Es ist eine windige und stürmische Fahrt und es nieselt die ganze Zeit. Doch auch bei dieser Überfahrt, gibt es 3 Personen, die draussen mit ihrem Hund übernachten. 

Doch wir finden, Laila hat es wärmer in ihrem Käfig. So bekommt sie zusätzlich zum Nachtessen noch ein paar „Guteli“. Der nächste Tag geht nur schleppend vorbei. Die Stunden schleichen nur so. Wir freuen uns, als es, mit einer Stunde Verspätung, endlich aus dem Lautsprecher ertönt, man müsse sofort die Kabine abgeben und sich zum Ausgang begeben. Also schnell Laila holen. Doch die alte Dame hat gerade ein Problem. Sie hüpft freudig raus, aber weil Moni zuerst die Schutzdecke an der Türe entfernt geht sie wieder in die Box, nur widerwillig kommt sie raus, und als Sie die Decken zusammenlegt und in die Tasche stülpt, hockt sie schon wieder in der kalten Stahlbox. Hei Du, komm wir gehen jetzt zum Willi. Nur mit Leckerli kommt sie raus. Die Tücher sind allesamt total feucht und stinken zum Himmel. Geschweige denn die liebe Laila. Wie mit Oliver abgemacht, geht Moni mit Laila runter. Doch die Treppe zum Autodeck ist noch geschlossen. Eine Familie mit zwei Hunden kommt auch und wartet dort. Was macht die Frau, holt ihr Parfum raus und sprayt die beiden Hunde ein. Diese wälzen sich auf dem Boden und versuchen den Gestank loszuwerden. Das ganze Treppenhaus stinkt jetzt nach Parfum, so dass Oliver, der sowieso eine empfindliche Nase hat, einen Hustenreiz bekommt. Hi hi, jetzt kommt uns wenigstens keiner mehr zu nahe. Ja so stehen wir noch eine geschlagene Stunde im Treppenhaus, bis wir endlich runter können. Die Freude ist gross, endlich wieder in unserem Willi zu sein. Bis es endlich losgeht, dauert es aber nochmals. So, Motor an und raus hier. Oliver meint, irgendetwas stimmt hier nicht. Wie es weitergeht, erfährst Du in unserem nächsten Bericht. 

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