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Wir wollen los, nur wohin?

Ohne zu wissen wie unsere Reise weitergeht, fahren wir los. Für Oliver gilt, Hauptsache wieder unterwegs sein. Da wir nicht wissen wohin uns unsere Reise führen wird, wollen wir uns in Deutschland eine Sim-Karte kaufen, gültig im ganzen EU-Raum. Der erste Anbieter meint, ohne festen Wohnsitz in Deutschland bekommen sie kein Abo. Den nächsten Anbieter interessiert das wenig. Er verkauft uns ein Abo, für 41.99 Euro im Monat, gültig in der ganzen EU, mit 30GB, jederzeit kündbar. Wir finden den Preis doch ziemlich happig, aber dafür müssen wir uns nicht in jedem Land um eine neue Sim-Karte kümmern. Kaum unterschrieben, meint er, oh ich habe ganz vergessen zu erwähnen, es gibt noch eine einmalige Gebühr von 39.99 Euro für den Anschluss. So schlucken wir erst mal leer und 

kaufen das Ding dann trotzdem.

Da wir immer noch in Deutschland sind, passt es auch noch, um sich mit Eveline und Stefan zu treffen. Sie sind gerade auf dem Weg mit ihrem Wohnmobil in die Ferien. Wir suchen einen schönen Platz und geben Ihnen dann die Koordinaten weiter. 

Zum Glück hat dieser Grillplatz noch ein Häuschen, wo wir dann am Abend Unterschlupf finden, denn auf einmal regnet es in Strömen. 

 

Ja unsere Reiseplanung gestaltet sich sehr schwierig. Wir dachten, wir fahren nach Bulgarien, in der Hoffnung, dass dann Rumänien bis dahin die Grenzen auch noch öffnet und dann wollten wir den Winter auf Kreta verbringen, da ja ein verschiffen bis auf weiteres nicht möglich ist. Aber da Serbien immer mehr zu einem Corona Hot-Spot wird, ist es uns dann doch zu unsicher. Vor allem, da ja Ungarn ihre Grenze immer noch nicht geöffnet hat. So entscheiden wir uns für Frankreich. Doch kaum sind wir in Strassburg, funktioniert unser Internet nicht mehr. Das kann doch nicht wahr sein. Also fahren wir wieder zurück nach Deutschland und suchen uns einen Vodafone-Shop. Zu unserem Ärger wird uns dort mitgeteilt, dass unsere Unterlagen nicht vollständig und auch nicht original sind, dass wir ein Abo haben mit einer Laufzeit von 24 Monaten, und nicht 30 GB zur Verfügung haben, sondern nur 20 GB, und eigentlich hätten wir sogar noch ein neues Gerät erhalten. Ja da sind wir sprachlos. Und das in Deutschland!! Wenigstens kann er uns das Abo freischalten, sodass es jetzt in der ganzen EU funktionieren sollte. So machen wir uns wieder auf den Weg über die Grenze und wollen uns nun in aller Ruhe Strassburg anschauen. Wir finden einen schattigen Parkplatz und da es eh nicht warm ist, darf Laila im Willi warten und wir schauen uns die schöne Altstadt an. 

Hier hat sich jemand mit einem blöden Rotlicht einen Spass erlaubt, und nun blinkt einem ein rotes Herz entgegen. Wir finden es schön und hoffen, der kreative Herzli-Maler wurde nicht erwischt.

Diese herzigen Fachwerkhäuser und die malerischen Kanäle strahlen einen unglaublichen Charme aus, aber sind natürlich sehr touristische Quartiere. Wobei es heute gar nicht viele Leute hat. 

Die weite der Vogesen, ihre Wälder und die herrliche Natur begeistern uns. Vor allem stehen wir hier wieder ganz alleine, ohne grosse Menschenansammlungen. 

Der schwarze See macht seinem Namen auch alle Ehre. 

Nur den Namen für den weissen See verstehen wir nicht ganz.

Beim grünen See gibt es drei grosse Parkplätze. So haben wir den einen Parkplatz ganz für uns alleine, daher bleiben wir gleich hier. Sogar Laila läuft freudig um den See herum. Ob es wohl an der Farbe liegt? 

Ach, irgendwie kommt das Reisefieber einfach nicht auf. Was könnten wir denn schon interessantes schreiben, was nicht jeder selbst schon in Frankreich erlebt hat. Hmm, na vielleicht kommt das ja dann doch noch. Aber unsere Schlafplätze sind immer vom feinsten, Natur pur und immer schön alleine. Ob wir eine Schlafplatz Doku machen? 

 So tuckern wir von einem Dorf zum anderen, finden wieder einen schönen Platz und bleiben. Aber am Mittwoch, 8. Juli 2020 ist Schluss damit. Heute wird endlich wieder einmal ein kleines Problem angegangen. Unsere Abflussrohre vom Innen- und Aussentank laufen nicht mehr richtig ab. Wir finden eine Camper-Wasserablass-Stelle, wo wir für 2 Euro so viel Wasser bekommen wie wir brauchen. Wir versuchen es erst mal mit durchspülen. Aber unsere Umleitungshähne gehen immer noch streng. Also nehmen wir diese auseinander. Oha!!! Ja da ist ja klar, dass nichts mehr geht. Also, wir haben diese 2 Teile auseinandergeschraubt, und die Verstopfung in den abgewinkelten Rohren entfernt. Dir zu liebe haben wir keine Fotos davon gemacht. Aber bestimmt hast Du ja auch schon einen verstopften Siphon gesehen. Genau so ist das hier mit den abgewinkelten Teilen. Ja auch so kann man die Tage verbringen. Die 2 Euro haben sich wirklich gelohnt. 

Wir finden am Doubs einen wunderschönen Schlafplatz. Mitten im Wald und gleich neben unserem Schlafplatz geht ein kleiner Trampelpfad hinunter zum Doubs. So packen wir am nächsten Tag die Stühle und setzen uns direkt am Fluss neben die vielen wilden Fliederbäume. Nicht nur uns gefällt dieser idyllische Platz, nein hier wimmelt es nur so von bunten Schmetterlingen. Leider haben wir um 15 Uhr keinen Schattenplatz mehr am Fluss und bei 31 Grad ist uns das dann doch ein bisschen zu warm. So machen wir uns auf und sind froh, dass unsere Klimaanlage wieder funktioniert. 

Wir fahren die kurze Strecke bis nach Besançon, immer auf der Suche nach einem schattigen Platz für uns. Kurz halten wir bei einem Sportplatz. Schatten hat es, aber hier bleiben möchten wir nicht. So fahren wir kurzerhand weiter und finden bei Fort de Bregille diesen fantastischen Platz mit traumhafter Sicht auf Besançon.

So wie es aussieht werden wir hier einen ruhigen Abend verbringen, und die Stadt erst morgen früh, wenn es hoffentlich kühler ist, besichtigen. Ja, das mit dem ruhigen Abend ist so eine Sache. Gegen 21 Uhr kommen immer mehr Leute, die den Sonnenuntergang beobachten wollen. Das holländische Paar, die ihren Camper weiter oben parkiert haben, versucht ein Selfie von sich und dem Sonnenuntergang zu machen, so fragt Moni, ob sie helfen kann. Die Gelegenheit um ein wenig zu quatschen. Die Frau erzählt ihr, sie seien in Monaco und Nizza gewesen, und angeblich hat es fast keine Leute gehabt. Ob das wohl stimmt? Dann müssten wir doch direkt auch noch ein wenig ans Meer fahren. Moni erzählt Oliver davon und meint, ja das mit den wenigen Leuten empfinden halt alle unterschiedlich, wie es wohl in Wirklichkeit dort aussieht. Doch Oliver holt sie schnell wieder weg von den Strandträumen. Im Internet steht, die Strände seien schon fast so voll wie eh und je. Na dann bleiben wir doch lieber hier und haben unsere Ruhe. 

Ein Paar in unserem Alter entzückt uns. Sie legen eine grosse Decke auf den Boden, breiten viele feine Sachen aus, und Moni denkt schon, ach wie schön, so ein romantisches Picknick. Der Sonnenuntergang hüllt die Stadt in ein sanftes Licht, ein feines Glas Wein, was will man mehr. Ha ha, doch die Realität sieht anders aus. Er ist die ganze Zeit über Lautsprecher mit einem Mann am Telefon. Keine 5 Minuten haben die Zwei für einander. Irgendwann schläft die Frau auf der kuscheligen Decke ein, während er immer noch am Telefonieren ist. Aber die Stimmung hier ist wirklich schön. 

Am nächsten Morgen machen wir uns bei angenehmer Temperatur auf in die Stadt. Die astronomische Uhr von Besançon kann im Moment leider nicht besichtigt werden. Aber die Kathedrale ist doch auch sehr speziell, mit ihrem schönen Fussbodenmosaik.

Am nächsten Morgen machen wir uns bei angenehmer Temperatur auf in die Stadt. Die astronomische Uhr von Besançon kann im Moment leider nicht besichtigt werden. Aber die Kathedrale ist doch auch sehr speziell, mit ihrem schönen Fussbodenmosaik.

 Oder auch, dass auf der einen Seite, 7 einzelne, kleine „Kapellen“ sind. 

Olivers Interpretation zum nächsten Foto ist:

Die Kirche macht es sich bequem auf Lasten der Menschen und die Kopflosen bezahlen das Ganze. Die Geschichte hierzu ist sicher ganz anders, das wissen wir schon.

So laufen wir noch den Berg hinauf zur Zitadelle. Sie beherbergt heute einen kleinen Zoo und 3 Museen.

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Kommentare: 1
  • #1

    s‘Tanti (Montag, 14 September 2020 18:22)

    So cool, sie sind wieder unterwegs, wissen nicht wohin aber schon der erste Reisebericht nach dem Heimaturlaub macht uns wieder neugierig auf schöne Dörfli und Städte, wunderschöne Fachwerkhäuser, idyllische Schlafplätze mit bombastischen Sonnenuntergängen........
    Auch eine Reparatur an einem der vielen notwendigen Teile von Willi darf nicht fehlen !!
    Ja, und Olivers Interpretation vom Liegenden stimme ich auch zu.
    So schön, sie sind wieder unterwegs, und wir zu Hause haben endlich wieder etwas gegen die Langeweile. Danke Euch zwei