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Kreta erkunden Teil 2 Oktober 2020

Wir müssen uns erst noch an die Wärme hier gewöhnen. Auch ohne sich zu bewegen, schwitzt man.

An eine Wanderung ist also bis auf weiteres nicht zu denken, nur schon, weil es hier keine Schattenparkplätze gibt und so können wir Laila ja nicht im Auto lassen. Aber da wir voraussichtlich noch lange hier sind, verschieben wir die Wanderungen auf einen späteren Zeitpunkt, wenn es dann etwas kühler ist. Um uns ein wenig abzukühlen gibt es heute selbergemachte Kaffeeglace mit dem feinen 43-er Schnaps. Der ist ja auf den Kanaren so beliebt. (Nur leider bei Oliver nicht) Er findet, da wir schon lange nicht mehr auf den Kanaren sind, soll ihn Moni endlich eliminieren. 

Da wir aber doch das Bedürfnis nach ein wenig Bewegung haben, machen wir uns also einzeln auf den Weg. Denn so kann Laila schön am Schatten liegen bleiben. Unser Platz befindet sich ja gleich am Eingang zur Anydri Schlucht. Das ist doch die Gelegenheit. Gemäss Internet ist es nur eine kleine Wanderung. Der Weg führt durch ein ausgewaschenes Flussbett, zum Teil mit grossen Felsbrocken darin. Die Ruhe ist herrlich. Da es jetzt schon fast keine Touristen mehr hat, sind das einzige was einem hier begegnen, ein paar Ziegen. 

Der Weg ist sehr gut gekennzeichnet mit roten Wegweisern. Die tote, schon ganz verdorrte Ziege am Wegesrand stimmt einem nachdenklich. Vielleicht ist es doch nicht so gut, hier alleine zu wandern. Aber es geht jetzt nun mal nicht anders.

Etwa nach ¾ des Weges kommt eine Felswand, die nur über ein Seil zu passieren ist. Rauf ist, oder sollte eigentlich, kein Problem sein, das runterkommen dann schon eher. 

Aber wie heisst es so schön, runter kommt man immer. Die Frage ist nur wie. Wenn man die Felswand erklommen hat, klar für fitte und trainierte Leute ist das ein Klacks, na auf jeden Fall, oben angekommen, sucht man dann vergebens nach den roten Wegweisern. Denn irgend so ein lustiger Mensch hat die roten Wegweiser mit grauer Farbe übersprayt. So muss man sich halt den besten Weg selber suchen. 

Ein schönes Dorfschild zeigt einem die Ankunft des Ziels. Also wieder zurück. Ziel erreicht. Es tut schon gut, nicht nur im Liegestuhl die Tage zu verbringen.

Auf der ganzen Insel sehen wir immer wieder diese schönen Blumen. Moni ist total begeistert von ihr. Sie findet, die macht es richtig, die ganze Kraft steckt sie nur in die Blüte und das grüne «Beigemüse» lässt sie weg. 

Auch diese leuchtend schönen Bougainvillea faszinieren uns immer wieder und sind für uns der Inbegriff vom Süden.

Es gibt hier so viel zu sehen, sei es eine alte Festung, natürlich immer mit der Griechenland Flagge, oder diese alte Reklametafel mit der Filmentwicklung innerhalb einer Stunde. Sogleich fangen wir an zu rechnen, wie lange das her ist. Wow, waren das noch Zeiten. Da knipste man nicht einfach drauflos, im Wissen, man kann es ja wieder löschen, wenn es nichts ist. Da bezahlte man für jedes Foto und überlegte es sich gut, ob dieses Sujet jetzt verewigt werden muss, oder einfach im Gedächtnis bleibt. 

Heute ist es wieder brütend warm. So parkieren wir am Strassenrand und schlendern an einer Strandpromenade entlang, bis uns ein Schild in die Augen sticht. Feine Drinks 2 für 1. Jetzt ein kühler Drink, schön am Schatten, mit Blick über den Strand und das Meer. Da kann man doch gar nicht nein sagen. Oh falsch, 2 kühle Drinks! Aber schliesslich könnten wir ja zur Not auch einfach mit Willi hier stehen bleiben. Schliesslich lebt man ja nur einmal. Ja, und  nach 2 Drinks, finden wir, ach bleiben wir doch gleich hier sitzen und bestellen uns noch etwas zum Essen. Schliesslich ist es in der Zwischenzeit Mittag. 

Also nicht das Du jetzt denkst, hei die bewegen sich ja gar nicht mehr. Nein, nein, ab und zu wollen wir es dann doch wissen. Wir fahren noch am Abend zur Gorge Schlucht. So können wir am Morgenfrüh gleich los, wenn Willi noch im Schatten steht. Plötzlich fährt ein Pick-Up neben uns. Zwei Männer und eine Frau steigen aus. Einer kommt zu uns und meint, wir sollen nicht erschrecken und unseren Hund gut festhalten, sie gehen jetzt in den Wald um zu schissen. Ja die Griechen! Hier wird sehr oft und viel geschossen. Fast alle Signalisations-Tafeln sind durchsiebt. 

Der Weg ist sehr gut markiert und wenn es mal nicht mehr weitergeht, hat es eine Holzleiter oder sogar ein Holzpodest. 

Das ist ja schon fast eine gemütliche Wanderung. Wenn nur diese Hitze nicht wäre. Den Geissen macht das nichts aus, elegant klettern sie über die Felsen, immer auf der Suche nach etwas Fressbarem. Etwa in der Hälfte gibt es tatsächlich einen Grillplatz. Sogar mit Abfallkübel. Nur fragen wir uns, wer oder wie, dieser dann geleert wird. Wir staunen ab den fleissigen Ameisen, die flink riesige Sachen in ihren Bau transportieren. 

Es wäre jetzt wirklich schön, diese Wanderung noch fertig zu machen, aber wenn wir noch ganz rauf wollen, und dann wieder zurück zum Parkplatz, sind wir definitiv zu lange weg, und wir möchten ja nicht eine geschmorrte Laila im Willi vorfinden. Auf dem Rückweg, müssen wir feststellen, dass wir vielerorts nicht auf dem Wanderweg gelaufen sind, aber es ist auf dem Rückweg auch viel besser markiert. Eigentlich erstaunlich, dass die meisten lieber die Schlucht von oben nach unten laufen. Wir finden, das ist ja gar keine Herausforderung. Trotzdem kann man unsere T-Shirts auswringen, als wir dann endlich wieder beim Willi sind. Es ist also definitiv immer noch zu heiss für solche Sachen. Da Willi immer noch schön im Schatten steht, sind wir froh, dass wir uns im kühlen Willi erholen können.

Ja sogar die Geissen sitzen im Schatten. Leider manchmal, wenn die Strasse im Schatten liegt, auch einfach auf der Strasse und da unser Grill zu klein wäre, weicht Oliver dann immer schnell aus. 

Kreta ist wirklich echt schön, es ist nicht nur am Meer schön, sondern auch in den Bergen.

Aber was uns immer wieder von neuem begeistert, sind die tollen Schlafplätze die man hier zu Hauf findet.

Aber das Schönste ist, dass es auch für Oliver warm genug zum Baden ist.

Den Sonnenuntergang zu zweit im Meer beobachten und danach noch eine selbergemachte Pizza vom Grill, was will man mehr?

Das schöne ist, auch wenn man ohne Ziel auf dieser Insel herumfährt, sieht man immer wieder etwas interessantes, wie zum Beispiel dieses Fort das gerade renoviert wird.

Oder diese herrliche Pilgerkirche, die in den Fels gebaut ist. Einfach wunderschön. 

Wir finden auch immer wieder ohne Probleme Wasserstellen, wo wir unseren Wasservorrat wieder auffüllen können, und mit unseren zusätzlichen Wassertanks, können wir auch problemlos längere Zeit irgendwo stehen.

Wir finden auch immer wieder ohne Probleme Wasserstellen, wo wir unseren Wasservorrat wieder auffüllen können, und mit unseren zusätzlichen Wassertanks, können wir auch problemlos längere Zeit irgendwo stehen.

 

Dann ganz in der Nähe werden wir fündig. Wir sehen ganz viele angekettete Liegebetten und fragen uns, ob der Strandbetreiber die einfach so über den Winter hier draussen lässt und sie ankettet, damit sie nicht geklaut werden. Da es uns hier gefällt, bleiben wir auch hier ein bisschen länger und können dadurch feststellen, dass diese Liegebetten privat Personen gehören. Die werden nur hier festgekettet, damit man nicht jedes Mal, wenn man an den Strand will, alles mitschleppen muss. Eigentlich noch eine gute Idee. Beim Spaziergang den Klippen entlang, muss Laila wieder zuvorderst am Abgrund ihre Nase in den Wind halten. Jetzt ist sie doch schon so alt und weiss immer noch nicht, dass Moni das nicht mag, wenn sie das nicht macht.

Da wir hier gleich bei der Stranddusche frisches Wasser tanken können, wird wieder mal nach Herzenslust geputzt und die Einkaufsliste erstellt. Aber nicht nur bei uns, auch das Strandbistro wird abgebaut. Da steht ein grosser Lastwagen, wo die grossen Teile verstaut werden und die kleineren Sachen, wie könnte es auch anders sein, werden einfach mit dem Roller mitgenommen. Ui, wenn man das bei uns in der Schweiz machen würde! 

Gegen Abend wollen wir dann in Heraklion noch einkaufen um dann, in der Nähe des Flughafens zu übernachten, denn morgen früh, gegen 10 Uhr, kommt unser freudig erwarteter Besuch aus der Schweiz. Wir wollen gerade losfahren, als Jasmin schreibt, ihr Flug sei soeben gestrichen worden? Zuerst glaubt Moni an einen schlechten Scherz. Selbst nachdem sie ihr die Nachricht von der Absage weiterleitet, kann sie es zuerst gar nicht glauben. Da wird um 20 Uhr der Flug vom nächsten Morgen 6.15 Uhr abgesagt. Die Koffer sind gepackt und dann das. Wie wir dann später erfahren, haben die Fluglotsen beschlossen, dass sie genau an diesem Donnerstag streiken, und keine Flüge von und nach Griechenland gehen. Das soll mal einer verstehen. Da jammert das ganze Land, weil die Saison 2020 dank Corona am Arsch ist, und dann streikt man und lässt die wenigen, die noch kommen wollen im Regen stehen. Na die Enttäuschung ist auf jeden Fall gross. Wir fahren aber trotzdem nach Heraklion und machen einen Grosseinkauf. Um 22 Uhr schreibt sie, dass sie einen Flug am Freitag-Abend hätten, aber da würden zwei Tage Ferien flöten gehen. Das lohnt sich dann gar nicht mehr. Die Ferien sind also vorerst gestrichen und bis sie wissen, ob sie zu einem späteren Zeitpunkt noch kommen können, fahren wir also am nächsten Morgen weiter. Oliver meint, wir werden ja dann noch lange genug auf der Seite von Heraklion sein, wenn sie kommen. So fahren wir also wieder auf die andere Seite der Insel. Wir machen an einem kleinen Parkplatz Mittagsrast und sind gerade fertig mit dem Essen, als eine Frau aufgeregt Oliver um Hilfe bittet. Sie ist mit ihrem Auto Rückwärts auf ein Eisen gefahren und hängt nun fest. Doch alleine bringen sie das Auto nicht frei. Auch der aufgebotene Abschleppdienst ist im Moment ratlos. Oliver holt unsere Sandbleche und gemeinsam bringen sie das Auto frei. Kaum ist das Auto befreit, rufen die beiden Frauen und bedanken sich und schon brausen sie weg, und der Abschlepplaster ist genauso schnell verschwunden. Beim Befestigen der Sandbleche meint Oliver, es wurde Zeit, dass wir die wieder einmal benützen, die Schlösser sind schon ganz eingerostet. 

In Rethymno sind wir ganz erstaunt, dass die Stadt schon fast wie ausgestorben scheint. Das letzte Mal, war hier noch die Hölle los und nun können wir ohne Probleme parkieren. Das nutzen wir natürlich gleich aus und parkieren im Schatten, unterhalb der Festung Fortezza, um diese zu besichtigen.

Nach dem wir von oben sehen, dass Willi immer noch schön im Schatten ist, machen wir uns gemütlich auf den Rückweg. 

Nach ein paar Tagen bestätigt uns Jasmin, dass die beiden Arbeitgeber so flexibel sind, dass sie ihre Ferien auf 2 Wochen später verschieben können.

 

Auf dem Weg Richtung Agios Nikolaos, staunen wir über den Erfindungsgeist des Fahrers eines Lieferwagens. Da die Ladefläche nicht lang genug ist, hat er kurzerhand die Fracht mit einem Seil zusammengebunden und eine Plane notdürftig darüber gespannt. 

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