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Wir bekommen Besuch aus der Schweiz (November 2020)

Schon in der Nacht zieht ein heftiges Gewitter über Heraklion und wir hoffen, dass die Wolken sich bis morgen wieder verziehen. Doch am Morgen schaut es richtig düster aus, wenn wir in Richtung Flughafen schauen.

Da wir hier keine 5 Minuten vom Flughafen entfernt stehen, möchten wir gerne das Flugzeug filmen, wenn es im Landeanflug ist und wer weiss, vielleicht schauen sie ja gerade raus und sehen uns. Zudem, wer kann schon von sich sagen, er hätte seinen persönlichen Landeanflug von den Ferien als Film. 

Ganz pünktlich sehen wir schon von weitem ein Flugzeug und halten mit Fotoapparat und Videokamera darauf, bis es genug nah ist und wir sehen, Scheisse, das ist ja gar kein Edelweiss Flugzeug. Also abbrechen, löschen und das Ganze von Neuem. Also üben wir uns in Geduld, bis wir in der Ferne wieder ein Flugzeug erkennen können. Jawohl, dieses mal ist es das Richtige. Jetzt aber schnell alles einpacken und ab zum Flughafen. Es ist doch gemein, vor zwei Tagen war es noch herrlich warm und jetzt regnet es. Dabei wollte Moni am Strand einen feinen Willkommens-Apéro machen, bevor die beiden ihr Hotelzimmer beziehen. Da wir nicht wissen, wie lange es regnet, fahren wir mal nach Heraklion und parkieren beim Venezianischen Hafen. Noch während dem Apéro kämpft sich die Sonne durch die dunklen Wolken. Nachdem Jasmin ihren Koffer ausgeräumt hat, haben wir nun doch ein schlechtes Gewissen. Vorher schwer beladen, ist der Koffer jetzt fast leer. Doch wir freuen uns an den vielen Sachen und auch an den feinen Geschenken, die uns Jasmin von unseren Lieben daheim auch noch mitgebracht hat. Sogar Laila hat ein sehr gut verpacktes Geschenk erhalten. Da jetzt wieder strahlender Sonnenschein herrscht, machen wir einen Rundgang durch das Venezianische Fort und den Hafen.

So, jetzt bringen wir die Beiden aber endlich zu ihrem Hotel. Schliesslich sollen sie dieses ja auch geniessen. Doch voller Ferientatendrang, treffen wir uns dann später nochmals und fahren zum Königlichen Palast von Knossos. Hm, vielleicht haben wir schon zu viele solcher Sachen gesehen, aber ehrlich gesagt, sind wir alle ein bisschen enttäuscht von dieser Sehenswürdigkeit. Zum Glück ist heute der Ochi-Tag. Ochi bedeutet Nein. Am 28.10.1940 hat Ioannis Metaxas mit nein auf das italienische Ultimatum geantwortet. Und dieses Nein wird heute noch mit einem Nationalfeiertag gefeiert. Daher sind heute auch alle Sehenswürdigkeiten gratis zu besuchen. Da sind wir jetzt aber froh. 

So, für heute ist Schluss, wir fahren zurück zum Hotel. Die beiden freuen sich nun auf ihr Buffet. Gleich ein bisschen weiter gibt es einen grossen Parkplatz wo wir inmitten von Heraklion gut stehen können und wir haben erst noch Free-Wifi von einem der Hotels. Schade nur, dass man sich alle 30 Minuten neu einloggen muss. Oliver möchte auch Essen gehen. So besuchen wir in der Touristenmetropole eines der wenigen offenen Restaurants. Was sich dann allerdings als ein riesiger Flop entpuppt. So schlecht haben wir auf unserer ganzen Reise noch nie gegessen. Doch nachdem wir alles probiert haben, brechen wir ab und bezahlen. Enttäuscht gehen wir zurück zum Willi, wo wir uns eine feine asiatische Suppe machen. Am nächsten Morgen treffen wir uns wieder, unser heutiges Tagesziel ist Matala. Besser bekannt als die Hippie Höhlen von Matala, die in den 1960-er Jahren sehr beliebt bei Aussteigern, Blumenkindern und sogar Musiklegenden waren. Wir parkieren in vorderster Front zum Meer und staunen. Hier muss ein gewaltiger Sturm alles umgenietet haben. Die Wellen sind riesig. Sagenhaft. Ja, was machen wir zuerst? Höhlenwohnungen oder uns in die Fluten stürzen? Die Sonne scheint, es ist warm und zu unserem Erstaunen ist das Wasser trotz den riesigen Wellen nicht kalt. Drei von uns packen die Badesachen und wagen es. Einer ist froh, dass er nicht muss und arbeitet lieber. Doch eigentlich sind es nur zwei. Denn die Dritte muss ja schliesslich Ferienerinnerungen schiessen. Doch trocken bleibt auch sie hier garantiert nicht. Es ist einfach herrlich und vor allem hat es auch nicht so viele Leute. 

Später dann wollen wir uns noch die Höhlenwohnungen ansehen. Die Eintrittspreise hier sind sehr speziell. Eine Identitätskarte ist Pflicht, für 4 Euro darf man rein und unter 25 Jahren ist der Eintritt sogar gratis. Cool. Es macht echt Spass hier auf den Felsen «rumzukraxeln». Vor allem das Licht ist wundervoll. So warme Farbtöne. Ja, man kann sich gut vorstellen, wie hier früher die Post abgegangen ist. 

Doch zurück bei Willi schaut Moni im Internet nach, sie will wissen, was es auf sich hat mit diesen Höhlen. Also, die Höhlen haben den Menschen schon in der Steinzeit Schutz geboten. Während der Zeit der römischen Herrschaft wurden sie dann zweckentfremdet, um sie dann als Grabstätten zu nutzen. Huch....  und danach wurden sie von den Hippies als Wohn- und Schlafmöglichkeiten genutzt. Heute stehen die Höhlen unter Denkmalschutz und sind allemal sehenswert. 

 

Den nächsten Tag verbringen Jasmin und Marco im Hotel. Es wäre ja zu schade, wenn sie diese schöne Anlage nicht auch einmal geniessen können. Wir verbringen den Tag an einem grossen Sandstrand ausserhalb von Heraklion. Was machen wir nun mit dem alten Einstiegstreppli? Die Einzelteile als Ersatzteile behalten, oder das Ganze entsorgen? Oliver findet, weg damit. Moni putzt es noch einmal und stellt es neben den Container, während Oliver den Kopf schüttelt und findet, hast Du wirklich das Gefühl das will noch einer? Abfall gehört in den Container und nicht neben den Container. Doch noch während unserer hitzigen Diskussion kommt eine Frau und fragt, ob wir dieses Treppli beim Container nicht mehr wollen. Als wir verneinen fragt sie, ob sie es haben darf. Ja klar doch. Schön, wenn es noch jemand gebrauchen kann. 

 

Am nächsten Tag wollen wir zur Zeus Höhle. Unsere Fahrt führt uns über die Lassithi Hochebene. Herrlich diese Aussicht und die vielen Felder. Natürlich ist es umso schöner diese Aussicht gemeinsam mit unserem Besuch zu geniessen. 

Nun sind wir aber gespannt auf die Zeus Höhle. Auch in ihrem Hotel wird sie als sehenswert angepriesen. Beim Parkplatz angekommen, erklärt man uns, dass es zwei Wege zur Höhle gibt. Wir beschliessen, den einen rauf und den anderen runter zu gehen, so sehen wir sicher alles. Die Besichtigung der Höhle müssen wir uns schon ein bisschen verdienen, der Aufstieg dauert doch eine Weile. Man könnte sich auch ein Eseli mieten, und sich so, bequem den Berg rauf transportieren lassen, aber wenn wir an die dünnen Beinchen der Eseli denken, tun sie uns schon nur beim Gedanken daran leid und ein bisschen Bewegung schadet uns ja definitiv nicht. 

 

Es hat sehr wenige Leute, was wir natürlich geniessen. So können wir uns die Höhle in Ruhe ansehen, und unsere Fotos machen. Der Weg durch die Höhle ist schmal, doch Corona konform, mit Wegweisern gekennzeichnet, so dass alle nur in eine Richtung durch die Höhle laufen. Doch, wir müssen es wahrscheinlich gar nicht erwähnen, aber es gibt immer welche, die gegen den Strom schwimmen. Ob das in der heutigen Zeit so sinnvoll ist?

Wir wollen nicht hier in einem dieser Touristen-Restaurants Essen, sondern lieber etwas Abseits. In Krassi finden wir eines, dass uns schon von aussen gefällt. Wir sind zwar die einzigen Gäste, aber trotzdem setzen wir uns in den herzigen Wintergarten, in dem man sich fühlt wie in einem heimeligen Wohnzimmer. Mal schauen, wir lassen uns einfach überraschen. Wir werden von der älteren Dame aufs Beste beraten und so meint sie, wir sollen doch gemeinsam vier verschiedene Vorspeisen und vier Hauptspeisen bestellen, so können wir von allem versuchen und es hat bestimmt für jeden etwas, dass er gerne hat. Wie Sie uns dann beim Bezahlen stolz mitteilt, ist es ein Familien Betrieb und die Frau vom Koch ist Schweizerin. So haben wir dann noch die Gelegenheit um mit ihr ein paar Worte zu wechseln. Ja auch hier ist die Situation für die Restaurants schwierig. 

Am nächsten Tag steht Rethymnon auf unserer Insel Tour. Die Altstadt ist wirklich herzig, mit all ihren kleinen Läden und Restaurants und auch hier ist es ruhig. Man merkt halt schon, dass die Saison vorbei ist. Moni googelt die Sehenswürdigkeiten, und wir stellen fest, dass wir einfach daran vorbei gelaufen sind, ohne es zu merken. So müssen wir wieder zurück. Denn schliesslich, wenn es schon eine Sehenswürdigkeit ist, wollen wir die ja auch bewusst anschauen und fotografieren. Wie das die Touristen so machen.

Da wir jetzt endlich in Rethymno sind, können wir ja auch mal noch in das Restaurant, wo Oliver bereits an seinem Geburtstag hinwollte. So setzen wir uns im Garten unter die riesigen Zitronenbäume. Noch bevor wir überhaupt bestellen können, bringen sie einen Wassertopf für Laila. Was Moni natürlich riesig freut. Ja, hier lassen wir es uns so richtig gut gehen. 

Mit vollem Bauch schlendern wir weiter, hoch bis zur Festung, welche die Beiden dann in Ruhe besichtigen, während wir zurück zum Willi spazieren und die Beine hochlegen. 

Die Tage vergehen immer viel zu schnell. Denn auch das tägliche Bad im Meer, obwohl es schon recht abgekühlt hat, darf wenigstens für 3 von uns, nicht fehlen. Am nächsten Morgen fahren wir nach Agios Nikolaos. Wir parkieren an der Strandpromenade, schön im Schatten mit Sicht aufs Meer. Oliver meint, er warte hier mit Laila, während die anderen das herzige Hafendörfchen erkunden und nach Herzenslust die vielen Lädeli durchstöbern.

Erst auf das Mittagessen treffen wir uns alle wieder in einem dieser herzigen Strandrestaurants.

Auf dem Rückweg halten wir wieder an unserem Strand und geniessen das Strandleben. Es wird viel gelacht und die Beachball-Strandschläger werden auch fleissig gebraucht. Moni geniesst den Übermut des jungen Besuches und wirft sich auch in die Wellen.

Für den nächsten Morgen haben Jasmin und Marco eine Quad-Tour gebucht. Wie man auf ihren Fotos sehen kann, ein super Erlebnis. Sie sind die einzigen Touristen, und so haben sich anscheinend die Touren-Anbieter selber ein schönes Abschluss-Ereignis geschenkt und sind auch gleich mitgefahren. Die Tour ist daher weiter und länger ausgefallen als geplant. So enthusiastisch wie sie uns von der Fahrt und dem Erlebten erzählen, ist die Tour definitiv empfehlenswert.

Jetzt noch ein letztes Mal an den herrlichen Sandstrand vom Hotel. Der Himmel ist gigantisch. Perfekt um die letzten Ferienfotos zu schiessen. Ach die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Heute Abend wollen wir nun noch die Altstadt von Heraklion besichtigen und den Abend  in einer der vielen Bars ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen kommen die beiden schon wieder mit ihren Koffern. Jasmins Koffer ist nun auch wieder gefüllt. Jetzt nur noch ein letztes Foto und schon geht es zum Flughafen wo es wieder heisst Abschied zu nehmen. Herzlichen Dank Euch beiden für die schöne Zeit.

Wir fahren wieder zu unserem alten Strand. Das Wetter ist beinahe so stürmisch wie am Ankunftstag. Moni blickt über den verlassenen Strand und bekommt Heimweh und die düstere Stimmung am Himmel macht es auch nicht gerade besser.

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Kommentare: 1
  • #1

    s'Tanti (Sonntag, 14 Februar 2021 18:43)

    Wow, wieder so tolle Naturfotos. Und Wasserscheu war ja Euer Besuch auch nicht gerade !!! Herrlicher Wellengang.
    Oh, diese Hippie Höhlen, wollte schon schreiben, dass ich da auch gerne mal übernachten würde. Aber als ich weiter las und erfuhr, dass die Höhlen in früheren Zeiten auch eine Grabstätte war, da fand ich das dann schon ein bisschen gruselig. Dann doch lieber nur besichtigen.

    Und gegessen habt Ihr mit Eurem Besuch wie die Fürsten. Das sieht ja toll aus auf diesen Tellern und Platten. Ja, so ein Besuch bei Euch könnte ich mir auch gut vorstellen.......