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Süditalien

Wir möchten in Süditalien noch einige Sehenswürdigkeiten besuchen, doch es hat uns einfach überall zu viele Leute. Auch wenn wir trotz Corona reisen, sind wir sehr bedacht darauf, und verhalten uns immer sehr vorsichtig. 

 

In Maratea sehen wir schon von weitem die überdimensionale Christusstatue. Wow, sehr eindrücklich. So wollen wir wissen, wie sie von nahem aussieht. Was für uns dann doch ein wenig enttäuschend war. Aber die Wirkung von weitem ist schon gigantisch. Auch die super Aussicht kann sich sehen lassen.

Wieder auf dem Weg Richtung Berge, kommt uns eine Pferdeherde entgegen. So halten wir an und lassen ihnen den Vortritt. Bei genauerem hinschauen, sehen wir das sehr spezielle Brandzeichen. 

Ein Herz. Wir staunen immer wieder, bei uns in der Schweiz sieht man höchstens einmal ein Pferd, das alleine unterwegs ist, wenn der Reiter unfreiwillig abgestiegen ist und nun zu Fuss weitergeht, oder das Pferd von der Weide ausgebüxt ist.

Im Nationalpark, Parco Nationale Dell’Appennino, finden wir wieder einen schönen Schattenplatz inmitten eines Waldes. Überall sieht man grosse Verbotstafeln, dass man kein Feuer machen darf. Auch fährt immer mal wieder ein Parkranger vorbei. So liegen wir gemütlich unter den Bäumen, als plötzlich wie wild gebohrt und gehämmert wird. Wir fragen uns, was die da machen. Wir dachten, wir sind in einem Nationalpark. Als wir dann auch noch Rauch riechen, beginnen wir wirklich am gesunden Menschenverstand zu zweifeln. Im Radio hören wir täglich von den vielen Waldbränden, und die machen hier einfach mitten im Wald ein Feuer. Wo bleibt denn jetzt der Parkranger? Als wir sehen, dass die 2 Männer wieder abfahren, und es immer noch nach Rauch riecht, machen wir uns auf die Suche. Die haben doch tatsächlich mitten im Wald ein Feuer gemacht, und sind einfach gegangen. Wie kann man nur so grobfahrlässig sein! Überall brennen ganze Wälder ab und die machen einfach ein Feuer und gehen ohne es zu löschen. So eilt Oliver zurück zu Willi und holt einen unserer 20 Liter Wasserkanister, um das Feuer zu löschen. Wahnsinn, die haben einfach in die Bäume gebohrt, um ein Segeltuch aufzuhängen. Auch eine Solarzelle und einen Scheinwerfer haben sie an die Bäume geschraubt und das im Nationalpark. Anscheinend findet hier morgen eine mega Party statt. Wir möchten hier noch erwähnen, dass die beiden Männer in unserem Alter waren

Am nächsten Morgen sind wir schon früh wach. So dass wir noch vor der grossen Hitze los können. Wir wollen noch etwas weiter rauf fahren und mal schauen, ob wir eine gute Aussicht finden. Beim Parkplatz hat es ein paar wilde Hunde. Eigentlich machen sie es ja schon richtig, dort besteht die grösste Chance, dass ihnen jemand ein bisschen was zu fressen gibt. Wow, so schöne Hunde und keiner will sie. So bekommen sie heute wenigstens Wasser und Futter.

Wir sind zeitlich noch sehr früh dran, aber beschliessen, da heute in Italien ein Feiertag ist, dass wir hier weg wollen, bevor die noch den Wald abfackeln und wir unfreiwillig grilliert werden. Ja, unser Bauchgefühl bestätigt sich. Denn uns kommen immer mehr Autos entgegen, ganze Betten, Stühle, ja der halben Hausrat wird da auf die Autos gepackt und den Berg hinauf gekarrt. 

 

Unsere Fahrt führt uns weiter nach Matera, wo jetzt seit diesem Jahr Paola wohnt. Sie hatte einen schwierigen Start in Italien, zuerst brannte es im Haus und dann wenig später auch noch auf dem Feld. So freut sich Moni, dass sie ihr ein wenig zur Hand gehen kann. Auch lernen wir, wie man Oliven Bäume ausschneiden muss. 

Doch es wird nicht nur gearbeitet, auch die Musse kommt nicht zu kurz. Kurzerhand holen die beiden Frauen im Keller ein altes Plastikfass. Ja, noch vor ein paar Jahren wurden darin die feinen Trauben zermatscht, jetzt wird es als erfrischendes Bad umfunktioniert. Gewusst wie. 

 

Als wir das letzte Mal in Matera waren, konnten wir die Zisterne nicht besichtigen, weil sie geschlossen war. So wollen wir mal schauen, ob sie dieses Mal offen ist. Wir haben anscheinend gerade eine gute Zeit erwischt, und dürfen gleich rein. 

 

Liebe Paola, weiterhin viel Glück in Deiner neuen Heimat und herzlichen Dank für die lustige und schöne Zeit mit Dir. 

 

 

Nach den heissen Tagen im Landesinneren, wollen wir wieder ein paar Tage am Meer verbringen, um uns abzukühlen. Bei Marina di Pisticci hat es anscheinend viel Wald, was uns zuversichtlich stimmt, dass wir hoffentlich einen Schattenplatz finden. Was wir dann auch wirklich haben. Doch, von 10 Uhr morgens bis 19.30 Uhr abends, hat anscheinend ganz Italien die gleiche Idee. So beschränken wir uns auf das baden am Morgen früh und nach Sonnenuntergang. Was ja auch seinen Reiz hat. Uns ist es einfach viel zu heiss, und so staunen wir immer wieder, wie sich die Leute an der prallen Sonne, auch noch mit Sonnenöl einsprühen. Uns kommen da immer die Brathühnchen am Grill in den Sinn.

Unser nächstes Ziel sind die Trulli Häuser in Alberobello. Doch schon nur bei der Durchfahrt graust es uns. So viele Menschen auf einem Haufen, wären Oliver auch ohne Corona zu viel. Na, wir hoffen, wir werden im Frühling nochmals die Chance haben und verschieben die Besichtigung. Etwas ausserhalb vom Zentrum haben wir dann doch noch vereinzelt Trulli Häuser gesehen.

So fahren wir weiter nach Tarent. Wieder etwas Meeresluft schnuppern und ein wenig durch die Stadt schlendern.

Wir sind wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir können soeben die letzten Vorbereitungen für eine Hochzeit erleben. Der Bräutigam ist ja sowas von nervös. Und all die schön zurecht gemachten Frauen. Das beherrschen die Italienerinnen wirklich perfekt. Ja und dann noch der Säbelgruss, oder wie auch immer man diesen nennt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf jeden Fall, eine willkommene Abwechslung und einfach nur zum geniessen. Oh, jetzt haben wir die Braut ja gar nicht erwähnt. Aber schliesslich hat sie den Bräutigam auch ziemlich lange warten lassen

Ja, so bummeln wir weiter durch die Gassen, bis wir bei einer Kirche auf eine Beerdigung treffen. Wahnsinn, hier kannst Du Deine letzte Fahrt im Maserati geniessen. Wir finden zwar, dass wäre sicher auch zu Lebzeiten eine schöne Fahrt. Wir würden das glaube ich eher andersrum machen. Hi hi.

So fahren wir weiter der Küste entlang, um dann wieder auf die andere Seite zu fahren. Wir wollen nach Lecce. Doch leider müssen wir auch diese Stadt auf den Frühling verschieben. So werden wir nun also nach Brindisi fahren und versuchen ein Ticket für die Fähre nach Igoumenitsa zu bekommen. Wir können gleich am nächsten Tag auf die Fähre. Das passt ja super. So können wir heute noch die Online-Registration für Griechenland machen und da es morgen ja auch wieder brütend heiss wird, können wir die 8-stündige Überfahrt draussen an Deck verbringen. Die Registration klappt einwandfrei, und da es im Willi zu heiss wird, beschliessen wir ein wenig durch Brindisi zu schlendern. Wow, wir staunen immer wieder, mit welchen Autos die Italiener sich zur Beerdigung fahren lassen. Hier in Brindisi ist die letzte Fahrt im Jaguar. So kaufen wir uns ein kühles Gelati und setzen uns in den Schatten. Da wir auf unserer Besichtigungstour den riesigen Hinterhof eines Restaurants sehen, beschliessen wir, am Abend noch zum Abschluss von Italien, fein essen zu gehen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Verena Roth (Dienstag, 11 Januar 2022 11:49)

    toll was Ihr wieder alles erlebt habt ! Nun bin ich gespannt auf die Fortsetzung in Griechenland.