Kythira

Als wir uns mit der Fähre dem Festland nähern, sehen wir schon von weitem eine Burg und beschliessen, als erstes dorthin zu fahren. Gemäß Navi muss das, das Chlemoutsi Castle sein. Leider ist sie im Moment geschlossen. So begnügen wir uns mit einem Spaziergang rundherum. 

Auf unserer Weiterfahrt Richtung Gythio, fahren wir immer wieder durch riesige, abgebrannte Gebiete. Es ist schon etwas anderes, als wenn man es einfach im Radio hört oder am TV sieht. Das ist echt ein trauriger und trostloser Anblick.

Zwischendurch gibt es immer wieder einige Flächen, die von der Feuersbrunst verschont geblieben sind. So nutzen wir dankbar den Schatten dieser riesigen Bäume, und besichtigen auch gleich noch das herzige „Kirchli“.

Wir sind froh, dass wir wieder Richtung Meer kommen. So führt unser Weg gleich zum Strand. Es ist so brütend warm, dass Laila sogar den Weg durch den Zufluss nimmt, um ans Meer zu kommen. Gute Idee, Moni macht es ihr gleich nach. Eigentlich ist es ein purer Zufall, dass wir dieses herzige Restaurant mit grosser überdeckter Terrasse finden, wo wir dann spontan beschliessen, hier am Abend Olivers Geburtstag zu feiern. Die vielen verschiedenen griechischen Spezialitäten und die herzliche Bedienung machen das Ganze zu einem gelungenen Abend.

Wir haben einmal etwas von einem ganz versteckten, alten Viadukt gelesen. Das wollen wir nun suchen. Der Weg ist auf dem Internet wirklich super gut beschrieben, doch auf dem Weg selber, hat es nirgends irgendwelche Hinweise. Wir fragen uns schon, ob wir wohl daran vorbei gelaufen sind. Doch auf einmal, sehr gut getarnt, sehen wir das alte Viadukt. Wow, vollkommen alleine, kein Geräusch ist zu hören und dann dieses eindrückliche Viadukt. Super. Aber in die alte Höhle wollen wir dann doch nicht, die Leiter sieht nicht gerade SUVA Konform aus. Doch genau solche Sachen gefallen uns. Nie würde man denken, dass es hier hinten, versteckt im Tal so etwas schönes zu sehen gibt.

Als wir in Gythio ankommen, müssen wir feststellen, dass in den nächsten Tagen keine Fähre geht, so fahren wir weiter nach Neapoli Voion, wo wir dann, gut bewacht vom gleichfarbigen Kriegsschiff, den Schlaf der gerechten schlafen.

Schon frühmorgens fahren wir mit Willi in eine Querstrasse, wo wir dann im Schatten der Häuser auf die Abfahrt der Fähre warten. Wir sind gespannt auf unsere nächste Insel, Kythira. Wir bekommen bei der Einfahrt zum Hafen ein mulmiges Gefühl, weil wir gleich zwei alte Schiffswracks entdecken.

Das ist für uns immer so ein Horror-Szenario, wenn die Fähre mitsamt unserer fahrbaren Villa untergehen würde. Kythira ist eine kleine herzige Insel. Hier dürfen wir nur ganz langsam fahren, sonst können wir gleich wieder auf die Fähre, weil wir schon rundum sind. So machen wir noch eine kleine Wanderung zu einer Kirche und den Ruinen einer Festung. Wir staunen wieder einmal, wie man früher so direkt an die Felsenklippen bauen konnte. Wieviele Menschen sind hier wohl während dem Bau abgestürzt?

Die kleine Kapelle ist leider nicht offen, doch das hält die Touristen nicht ab, doch noch einen Blick ins Innere zu erhaschen. So hat jemand einfach ein paar Steine aus der Mauer gebrochen und damit eine Erhöhung gebaut, und schon hat man freie Sicht ins Innere.

So, jetzt aber nichts wie ans Meer zurück. Wir brauchen eine Abkühlung. Auf dieser Insel gibt es nicht sehr viele Leute, und da sie nicht so bewohnt ist, sind auch die Strassen dementsprechend. Immer mal wieder werden wir überrascht, dass einfach nach einer Kurve eine Höhenbegrenzung kommt, oder ein dicker Ast in die Strasse ragt und somit für uns unpassierbar ist.

Doch auch die Fahrt zum Leuchtturm lassen wir uns nicht entgehen.

Obwohl diese Insel sehr klein ist, finden wir hier viele schöne Ecken, und auch unser Spaziergang durch das Städtchen Kythira, welches wirklich den gewissen Charme versprüht, ist echt zauberhaft und zudem herrlich ruhig.

Auf unserer Rundreise sehen wir hoch oben, auf einem Berg eine kleine weisse Kapelle. Kurzentschlossen, finden wir, dort hat es sicher eine tolle Aussicht. Gehen wir mal schauen. Beschwerlich fahren wir eine schmale Schotterstrasse hoch, doch die Fahrt lohnt sich tatsächlich. Leider ist es so windig, dass wir trotz Sonnenschein im Willi essen müssen.

Die Sicht von hier oben ist gewaltig. Man kann fast die ganze Insel überblicken. Auch der Hafen sticht uns ins Auge und erinnert uns daran, dass es langsam Zeit wird, da nur einmal in der Woche eine Fähre weiter nach Kreta fährt. Und schon stehen wir am Hafen, um unser Ticket zu kaufen. Da die Kommunikation ein bisschen schwierig ist, kommt der gute Mann mit uns raus und schaut sich den Willi zwecks Grösse an. So warten wir nachher brav in der Kolonne bis zum Boarding. Doch als wir endlich an der Reihe sind, kommt eine, wie sollen wir sagen, etwas resolute Frau, und will unser Ticket, das Covid Zertifikat, den Fahrzeugausweis und die Pässe sehen. Auf einmal läuft sie einfach mit unseren Pässen und dem Ticket davon. Das haben wir gar nicht gerne. Das Boarding geht unterdessen weiter und wir stehen da, ohne irgend eine Information. Irgendwann kommt sie mit einem Mann zurück und teilt uns mit, wir müssen dann an Board zur Rezeption, da wir den Lastwagenpreis bezahlen müssen. Oliver interveniert und sagt, der Mann am Schalter sei ja extra mit uns raus gekommen und hat unser Fahrzeug angeschaut. Doch das interessiert die Dame nicht. Sie findet, ja dann weiss es der gute Mann halt nicht, aber so sind die Regeln. Da meint Oliver, dann möchte ich, dass sie jetzt diesem Mann sagen, wie er bei Fahrzeugen wie unserem abrechnen muss, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Sie informiert uns darüber,  dass sie jetzt unsere Pässe mitnimmt und wir dann an Board den Aufpreis bezahlen müssen. Danach erhalten wir unsere Pässe dann wieder. Wie teuer es wird, kann sie uns aber nicht sagen. Dafür können wir noch zusehen, wie sie den Mann am Schalter rausholt, und auf unseren Willi zeigt und dann mit ihm ein ziemlich angeregtes Gespräch führt. Nach dem Boarding, gehen wir gleich zur Rezeption. Der Mann weiss bereits warum wir kommen. Wir rechnen schon mit einem happigen Aufpreis, und müssen dann 10 Euro aufzahlen. Da finden wir die ganze Geschichte schon fast lächerlich.

Und schon befinden wir uns auf unserer vorläufig letzten Fähre nach Kissamos, auf der Insel Kreta. Der Tag neigt sich dem Ende zu, und dennoch ist es immer noch warm an Deck. Eigentlich müssten wir schon längstens angekommen sein. Doch uns fällt auf, dass der Mond sich immer wieder auf der anderen Seite des Schiffes befindet. So beschleicht sich bei uns der Verdacht, dass wir im Zickzackkurs Richtung Kreta fahren. Ob der Kapitän wohl betrunken ist? Wir sind nicht die einzigen, denen der ständige Mondwechsel auffällt. Na, wir hoffen jetzt mal, dass der schon weiss, was er macht. Mit fast 2 Stunden Verspätung kommen wir dann endlich in Kissamos an, wo wir dann als erstes gleich noch unsere Wasservorräte auffüllen und dann auch gleich dort übernachten. So können wir hier noch das Free Wifi geniessen und morgen gleich weiter. Wo denkst Du, gehen wir als erstes hin?

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