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Frage, was macht ihr den ganzen Tag.

Du kannst es Dir sicher denken, unser Weg führt uns am nächsten Tag direkt an unseren absoluten Traumstrand, Elafonisi. Schon auf dem Weg haben wir den leisen Verdacht, dass wir dieses Jahr nicht so alleine sein werden. Es hat jetzt viel mehr Touristen auf der Insel. Doch, weil wir ja, dank unserem 4x4, an Orte kommen, wo andere laufen müssen, haben wir das Glück, dass wirklich kein einziges Wohnmobil an „unserem" Strand steht. Dass wir vorsorglich noch Wasser, Essen, Trinken und Diesel aufgefüllt haben, müssen wir ja wahrscheinlich nicht erwähnen. Wir möchten hier einfach nur stehen und geniessen. Ja, so vergehen die Tage mit süssem nichts tun, fein essen, ein bisschen baden und trotzdem ist es immer gleich wieder Abend. 

So machen wir uns wieder einmal Gedanken, was wir denn tun könnten. Hmm, also das mit dem Wandern geht einfach nicht. Zum einen, weil es viel zu heiss ist und zum anderen, weil wir Laila nicht mehr mitnehmen können, da sie mit ihrem Alter nur noch kürzere Spaziergänge macht und in einem Tempo, welches mit wandern nichts mehr zu tun hat. Und, alleine im Willi lassen, wollen wir sie nicht. Denn, auch wenn wir einen Schattenplatz hätten, der Schatten wandert und, dass wir Laila gegrillt vorfinden, wollen wir nicht riskieren. So meint Moni, dann müssen wir rausfinden, was wir denn sonst noch tun könnten. Immer nur turnen und englisch lernen wird auch ihr langsam zu langweilig. So bringt sie den Vorschlag, Tauchen. Doch Oliver findet tauchen nur cool, wenn wir an einem tollen Ort sind. Also weiter. Surfen (Wellenreiten) fände sie auch noch toll, aber wenn wir so auf den Videos schauen, wie die da paddeln und dann müsste die Welle ja auch noch gut sein. Hmm. Irgendwann meint Oliver Kite-Surfen wäre noch super. So googeln wir mal und schauen uns ein paar YouTube Videos an. Hmm. Das sieht ja schon genial aus, wenn die da so über die Wellen fliegen und dann so cool mit ihren Strandbodys und den langen Haaren aus dem Wasser laufen, als wäre das nichts. 

Also da können wir schon mal nicht mithalten und ob wir das in unserem Alter noch lernen ist auch fraglich. So meint Moni zuversichtlich, genügend Schmerzmittel haben wir ja in unserer Reiseapotheke. Gesagt, getan. Sogleich läuft sie mal los, um zu schauen, ob der Kite Club von Elafonisi überhaupt noch offen ist. Aber ausser den Info-Blättern findet sie nichts. Zurück bei Oliver beschliessen die beiden, mal schauen ob wir eine Antwort bekommen, und schreiben eine Nachricht an den Elafonisi Kite Club. Am nächsten Tag geht dann eine Kochplatte unseres Kochherdes nicht mehr. Wir haben ja einen 3 Flammengasherd und eine mussten wir eh schon provisorisch reparieren, da der Sensor defekt ist.

Doch die zweite geht gar nicht mehr. Da nützt das ganze auseinander schrauben nichts. Auch versucht Oliver mit einer dünnen Nadel die Gasleitung durchzustossen. Aber es kommt einfach kein Gas. Ja so geht das natürlich gar nicht. Wir schauen mal im Internet, ob wir irgendeinen Wohnmobil - Shop oder sonst was finden, aber da ist einfach gar nichts. So meint Moni, dann gehen wir halt zu einem, der Wohnmobile vermietet. Der muss ja auch wissen, wo es jemanden gibt, der sowas reparieren kann. So verlassen wir Elafonisi und unser Kite Projekt ist für den Moment begraben. Doch das wird schwieriger als gedacht. Entweder gibt es diese Firmen nicht mehr, oder dann ist niemand erreichbar, oder wir finden sie schlicht Wegs nicht. Immer wieder steigt sie bei Autovermietungen aus und geht fragen. Ja, auch so vergehen die Tage. Wir wollen schon fast aufgeben, als wir dann doch noch endlich einen finden. Er muss nur noch schnell etwas fertig machen, doch dann hat er Zeit. Er meint, wir sollen doch in der Zwischenzeit ins Areal rein fahren. Kurze Zeit später kommt er, schaut sich das Ganze an, fragt Oliver, was er schon alles versucht hat, und reisst dann bei unserer Abwaschbürste eine einzelne Borste raus. Mit dieser stösst er die Gasdüse durch und siehe da, es kommt wieder Gas und alles ist wieder gut. Oh was sind wir froh und dankbar. Ja, er erzählt uns, dass es wirklich auf ganz Kreta niemanden gibt, wenn man ein Wohnmobil Problem hat. Da muss man sich selber zu helfen wissen. Na auf jeden Fall sind wir nun kochtechnisch wieder auf einem guten Weg. In der Zwischenzeit haben sie uns vom Kite Club geschrieben, aber die haben jetzt natürlich Winterpause. So suchen wir weiter. An einem Ort, sehen wir sogar, dass sie noch arbeiten und auch Sachen vermieten, aber ganz ehrlich, auf der einen Seite sind Felsen und der ganze Strand ist noch mit Sonnenschirmen und Liegestühlen besetzt.

Das wäre uns dann doch ein bisschen peinlich, wenn die anderen da auf ihren Liegebetten sitzen und eine gratis Vorstellung, im Sinne der Sendung Hopperla bekommen. So schreiben wir iKiTe in Heraklion. Sofort bekommen wir eine Antwort. Er schreibt uns, dass morgen, Sonntag, der letzte Tag sei. Aber wir können ja am Montag mal vorbei schauen. So schreiben wir ihm, dass wir nur wissen wollen, ob es für uns eine Möglichkeit gibt, das Kiten zu lernen, wir seien noch bis ca. Februar 2022 in Kreta. Wenn nicht, suchen wir weiter. Prompt kommt die Rückantwort, das gehe in Ordnung und wir sollen doch vorbei kommen. Es zerreisst uns fast vor Neugier und Freude. Das Wetter ist ja auch immer noch super. Zur abgemachten Zeit fahren wir also zum Strand. Wow, wir sind total kribbelig und freuen uns wie kleine Kinder.

Ganz pünktlich erscheint ein, noch etwas jüngerer Grieche. Ja, das mit dem Alter ist immer so eine Sache, da wir jetzt ja auch schon in einem gewissen Alter sind, sind die anderen dann immer gleich jünger oder älter. Na egal, als er fertig ist mit einrichten, geht es los. Er heisst Panos. So müssen wir zuerst ein paar Fragen beantworten und dann kommen die Formalitäten. Anscheinend bekommen wir dann eine Lizenz, wenn wir den Kurs abgeschlossen haben. Also, alles schön offiziell, damit wir auch in anderen Ländern Kiten dürfen. Besser gesagt, damit wir auch in anderen Ländern das Material mieten können. Da fragt er uns doch tatsächlich, wann wir beginnen wollen. Na sofort, heute noch. Etwas verdutzt schaut er uns an, aber anscheinend ist es für ihn kein Problem. Zuerst erhalten wir einen theoretischen Einführungskurs. Ach, können wir nicht endlich loslegen. Dann endlich bekommen wir so eine Art Hose, wo dann der Kite, also der Drachen, daran befestigt wird. Ja und dann kommt noch die Bar. Das sind die Leinen, die dann am Kite befestigt werden, und dann bekommen wir einen herzigen kleinen Übungskite. Schon fast ein wenig enttäuscht, schauen wir das mickrige Ding an. Wir möchten lieber gleich den grossen. Huch, das ist gar nicht so einfach wie wir uns das vorgestellt haben. Immer wieder stürzt das Teil in vollem Karacho auf den Boden. Ja und dann ist unsere erste Lektion auch schon vorbei. Wir sind voller Energie und freuen uns schon auf die nächste Lektion. Beim nächsten Termin bekommen wir dann schon einen grossen Kite. Ja, da hat es dann schon mehr Power. Bei einem falschen Manöver, reisst es Moni gleich ein paar Meter über den Sand und so landet sie unsanft auf ihrem Allerwertesten. Von da an hält sie Panos hinten am Griff, der an den Hosen befestigt ist zur Sicherheit fest. Hmm komisches Gefühl, wenn man wie ein Kleinkind an der Hose festgehalten wird. Doch wenns ein knackiger Grieche ist, ist das ja ok. Doch leider geht er nun für eine Woche weg und wir müssen wohl oder übel pausieren. Schade, denn das Wetter und der Wind wären perfekt. Wir hoffen einfach, wir lernen es noch, solange es warm ist. So fahren wir weg von Heraklion. Wir wollen ein wenig in die Berge. Doch zuerst geht es noch zum Grosseinkauf. Doch am nächsten Morgen, stellen wir mit Schrecken fest, dass unser Kühlschrank nicht mehr kühlt. Was ist nur los?! Ist es wirklich so, dass wenn man ein Wohnmobil täglich braucht und nicht nur 3 Wochen im Jahr, nach 6 Jahren alles kaputt geht? Wieder konsultieren wir das Internet und Oliver baut mal so viel wie möglich aus. Zum Glück haben wir ja einen starken Kompressor dabei. So wird einmal alles durchgeblasen und durch geputzt. 

 

So viel zum Thema, was macht ihr eigentlich den ganzen Tag.

Was sind wir froh, als er nachher wieder kühlt. Doch durch die Putz-Aktion, ist jetzt natürlich der ganze Inhalt der 3 Schubladen neben dem Kühlschrank staubig. Aber das ist egal, Hauptsache das Ding kühlt wieder. Viel schlimmer ist jedoch, dass es so heiss ist, und wir nicht sofort gemerkt haben, dass der Kühlschrank nicht mehr kühlt. So beginnen wir gleich mit dem Verarbeiten der noch brauchbaren Lebensmittel, doch leider müssen wir bereits einen Teil wegwerfen.

Nach ein paar Tagen in den Bergen, fahren wir weiter. 

Wir wollen wieder einmal zum Strand bei Malia, dort haben wir dann auch gleich noch bei einer Stranddusche die Möglichkeit um Wasser zu füllen. Auf dem Weg nach Malia, müssen wir auf die andere Seite der Autobahn. So suchen wir eine Unterführung. Doch als wir die Höhe sehen, halten wir an. Da passen wir nicht durch, ohne dass wir aus Willi ein Cabriolet machen. So müssen wir das kleine Stück rückwärts bergauf. Wobei wir hier sagen müssen, es ist nicht in einer wahnsinnigen Hanglage. Doch genau in dem Moment passiert es. Es gibt einen lauten Knall, und nichts geht mehr. 

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