Die Erste grosse Reise nach      Norwegen und Schweden

Am Freitag, 17.07.2015 starten wir unsere erste Reise Richtung Norwegen. Während der Fahrt durch Deutschland bleibt uns doch einige Male das Herz fast stehen. Es scheint, als ob es in diesem Land keine Regeln gibt. Rechts überholen, Slalom fahren, den Pannenstreifen zum überholen benutzen oder Brummi Rennen über 3 Spuren!

Allgemein ist das Fahrverhalten in Deutschland sehr aggressiv, was die Fahrt nicht wirklich angenehm macht. Nach dem ersten Besuch auf einem öffentlichen Autobahn WC beschliessen wir, nur noch unser eigenes zu benützen.

Es ist eine echte Erholung als wir die Grenze zu Dänemark überqueren. Auf einmal, kein Gedränge kein aggressives Auffahren, sodass wir die restlichen Kilometer nach Hirtshalsen noch entspannt in Angriff nehmen. Da wir noch keine Überfahrt gebucht haben, (Olivers Privattick, immer unabhängig bleiben) suchen wir das Verkaufsbüro des Fährbetriebes auf. Eine junge, nette, blonde Dänin teilt uns mit ihrem nuschelnden Englisch mit, dass es auf der Fähre nach Kristianstad erst am Dienstag Abend wieder Platz hat. Oliver, offen für alles fragt, ob es noch eine andere Fährverbindung gibt. Nach der Konsultation Ihres Computers teilt sie uns mit, dass in 3 Stunden die Fähre nach Lavrik geht, zum Betrag von 4230 Dänische Kronen. Oliver, spontan wie eh und je, und ohne sich der Kosten wirklich bewusst zu sein, sagt einfach zu. Die Zeit bis zur Überfahrt nutzen wir für unsere Ferienbuchhaltung. Die Fähre kostet uns 465Fr. Wir sind schockiert, da Oliver im Internet für die Überfahrt nach Kristianstad einen Preis von 178 Euro gesehen hat. 

Norwegen fasziniert uns mit ihrer wilden und unberührten Natur. Wasserfälle, die zum Berg raussprudeln, Schafe und Kühe die auf der Strasse umherstreifen.

Unser zweites Nachtlager haben wir an einem schönen Platz an einem Fjord. Während wir kochen, fährt ein dunkles Auto ganz langsam an uns vorbei.

Der Fahrer in Tarnkampfjacke und der Beifahrer blicken uns böse an. Zumindest Monika empfindet das so. Durch Ihre blosse Anwesenheit machen sie sich schon verdächtig. Die Männer fahren direkt ans Ufer und stehen da, über Stunden nur so rum. Langsam aber sicher bekommt Monika ein mulmiges Gefühl, sie holt den Feldstecher und will wissen, was die da machen. Monika’s Phantasie geht mit ihr durch, aber Oliver lacht nur und geht ins Bett. Zum guten Glück hat Monika von Ihrem Tanti einen Pfefferspray geschenkt bekommen, der ihr so eine halbwegs ruhige Nacht beschert, da sie ihn griffbereit neben dem Kopfkissen hält. Oliver lacht nur und schläft seelenruhig ein.

Am Morgen erwachen wir immer noch lebend und ohne Einbruch. Und ach wie peinlich, als wir die Rollos öffnen, sehen wir, dass sie in der Nacht ihr Zelt neben ihrem Auto aufgeschlagen haben, sie haben anscheinend nur darauf gewartet, bis wir ins Bett gehen.

Am Dienstag, 21.07.15 fahren wir nach dem Frühstück los, und bald darauf schwimmt alles. Irgendwie stimmt etwas mit den Hähnen für das Abwasser nicht. Die Sache mit den 2 Abwassertanks haben wir leider noch nicht im Griff. Tatsache ist, dass uns auf einmal aus dem Küchenabwaschbecken das ganze Grauwasser retourschwappt und unter anderem auch unser Besteck schwimmen lernt. Das Ganze führt zu einer grösseren Putzaktion. Aber den grössten Wasserschaden entdecken wir erst am nächsten Morgen, als wir Kaffee kochen wollen. Beim anzünden der Herdplatte gibt es eine Stichflamme, da anscheinend auch Wasser in die Anzünddüse floss. Also kommt auch unser Werkzeugkoffer zum Einsatz. Alles auseinandernehmen, trocknen, wieder zusammenschrauben und dann endlich gibt es den ersehnten Morgenkaffee.  Mal schauen, was der Tag noch so für uns bereit hält. 

Wir fahren der Küste nach, immer Richtung Norden und kommen schon bald an den Abzweiger für die Atlantic Ocean Road. 

 

Viel gepriesen im Internet, ja wirklich schön, jedoch hat es so viele Wohnmobile, dass man im Kolonnenverkehr die Strasse abfahren muss.  

Endlich schien mal die Sonne, sodass wir sofort den Tisch und die Stühle aus der Garage räumten und es uns gemütlich machten. 

Monika hat sich für diesen Anlass etwas Besonderes ausgedacht. 

Sie verschwand im Willi und holte zwei Moren Köpfe (Dubler) hervor. 

Oliver musste lachen, typisch Monika. Das war eine gute Einweihungsfeier für die Stühle, genauso wie der Entscheid, die Stühle zu kaufen. Der Bestechungsversuch des Verkäufers mit einem Mohren Kopf von Dubler, hat seine Wirkung nicht verfehlt.

 

Sie sind einfach nur bequem und laden einem zum Mittagschlaf ein.

 

Am Samstag, 25. Juli, nichts Böses ahnend, fahren wir gemütlich der Küste entlang, suchend nach dem Abzweiger Richtung Grov, als plötzlich, ohne Vorwarnung ein kleines Tanksymbol aufleuchtet. Selbstverständlich haben wir keine Ahnung was das bedeuten könnte, worauf Monika unser Handbuch zu Rate zieht, was dem ganzen einen noch beunruhigenderen Touch verleiht, da in der Betriebsanleitung steht, man solle das Ad Blue vor einer längeren Fahrt in einer Fachwerkstatt kontrollieren lassen und nötigenfalls füllen. Beim weiterlesen stockt uns der Atem. Wir sind mitten in der norwegischen Tundra, und da wird uns schriftlich mitgeteilt, dass wenn wir dieses Ad Blue nicht auffüllen, der Motor in den Kriechmodus geschalten wird und als weiterer Schritt, der Motor nicht mehr zu starten sei. Wir ärgern uns über unsere Naivität, weil wir so glücklich waren und einfach so schnell wie möglich unser Norwegen Abenteuer beginnen wollten, anstatt alles genau zu lesen und uns zu informieren. Somit beschliessen wir, unsere Route zu ändern und auf direktem Weg nach Narvik zu fahren, weil wir da am ehesten eine Tankstelle oder eine Mercedes Garage finden. Nach ca. 50 bangen Kilometern fahren wir gleich zur ersten Tankstelle. Oliver stürzt sich gleich in den Tankstellen Shop und suchst nach einer Ad Blue Flasche, während Monika draussen eine riesige Abfallboxe sieht mit leeren Ad Blue Kanistern. Gleich daneben ein grosses Gestell mit 10 Liter Kanistern. Sie klopft aufgeregt an die Scheibe und Oliver kommt schnell raus. Ok. Schon mal grosse Erleichterung, dass wir Ad Blue haben, doch nun stellt sich die Frage, wie bringen wir den Inhalt dieses riesigen Kanisters in das kleine Einfüllloch. Also wieder in den Shop und einen Trichter suchen. Leider hat es nicht wirklich einen der passen könnte. Wir versuchen es also ohne oder wir basteln uns einen Trichter aus einer leeren Mineralwasserflasche. Wieder draussen, dreht Oliver den Kanister, und was kommt in leuchtendem blau daher? Einen Füllschlauch im Kanister eingelassen. Dann kann ja jetzt nichts mehr schiefgehen, dachten wir. Im Benutzerhandbuch steht, dass es eine ziemlich heikle Flüssigkeit ist, und man unbedingt Tropfen auf Haut und Motorteilen vermeiden soll. Was sich leider als nicht so einfach herausstellt, weil es keine Füllanzeige an diesem Behälter hat, und wenn man den Schlauch ganz reinsteckt ein Vakuum entsteht. Die Schweinerei ist also schon vorprogrammiert. Ende gut, alles gut, nach einer grossen Putzaktion fahren wir erleichtert aber nachdenklich weiter. Vielleicht sollten wir ja doch einmal das Handbuch durchlesen. Aber da ja das echte Leben viel spannender ist, verschieben wir das. Da einer von Olivers Lieblingssprüchen: „Wer lesen kann hat Vorteile“ ist, hat Monika, die eher praktisch veranlagt ist, was aber nicht heissen soll, dass sie nicht lesen kann, entschieden, dass Oliver das Manual nach den Ferien in aller Ruhe lesen darf. Nach all der Hektik beschliessen wir weiter an einen Fjord zufahren, bevor wir dann nach Schweden und somit langsam wieder Richtung Süden fahren. Dies ist ein wenig komisch, da man somit sagen muss, dass wir uns auf den Heimweg begeben, was uns sehr schwer fällt, denn wir haben ja erst die Hälfte der Ferienzeit hinter uns. Also fahren wir Richtung Arstein, das soll unser letzter Fjord für diese Reise sein. Es ist nur eine schmale Strasse, die kurvig entlang des Fjordes führt. Monika ist froh, dass sie nicht fahren muss, denn bei jedem entgegenkommenden Auto muss man um wenige cm zirkeln, dass man aneinander vorbei kommt. Nach einem kurvigen Stück sehen wir auf einmal drei Masten die aus dem Fjord auftauchen, doch irgend etwas stimmt damit nicht, also beschliessen wir anzuhalten und zu schauen was es mit dem Dreimaster auf sich hat.

Da hat es so Holz Männchen in der Takelage, was soll denn das sein? Da kommt gerade ein Auto angefahren und eine ca. 35 jährige Frau steigt aus. Oliver fragt, ob sie ihm sagen könne was das genau sein soll. Bereitwillig gibt sie Auskunft, dass es sich bei diesem Schiff um eine Skulptur handle, aber wenn wir die Geschichte genauer erfahren möchten, könnten wir gerne nach unten ins Restaurant auf einen Kaffee kommen.

Da sei die Initiatorin, die uns sicher gerne die ganze Geschichte erzähle. Wir beschliessen ohne lange zu überlegen, dass wir das Angebot gerne annehmen würden und folgten ihr hinunter zu einem kleinen Haus mit Flachdach.

Im inneren befanden sich zwei weitere Frauen die sich sichtlich freuten, dass jemand in ihr Restaurant kommt. 

Wir wurden herzlich begrüsst und bewirtet, mit dem Hinweis, dass wir auch gerne Essen könnten, was wir dankend annahmen. Es gab eine Bacalau (Stockfisch Bällchen) und süsse Stockfisch Kekse und zum Hauptgang machte sie uns eine Art Pizza aus frischem Lachs den sie am Nachmittag bekommen habe.

 

Eine andere Frau setzte sich an unseren Tisch mit ihrem Sohn und erzählte uns von diesem Projekt. Das Ganze habe im Jahr 2003 seinen Anfang genommen. Ein schwedischer Künstler bekam den Auftrag eine Schiff Skulptur für ein Hotel auf Jamaika zu machen. 

Was dieser gerne annahm, doch leider gab es im August 2005 den verheerenden Wirbelsturm Katrina, der das ganze Hotel dem Erdboden gleichmachte und somit war die Skulptur die noch in Stockholm war, überflüssig geworden. Kein Hotel, keine Skulptur. Als die dritte Frau im Bunde vernahm was passiert war, meinte sie, dass sie den idealen Ort hätte für diese Skulptur, in ihrem Heimatort in Nord Norwegen an diesem Fjord.  

So kam es, dass sie die Skulptur bekam und mit den Anwohnern des Fjordes das Schiff und das Restaurant aufbaute und zusammen betreiben. Da 99% der Gäste aus der näheren Umgebung stammen, halfen alle mit vollem Elan am Aufbau der Skulptur mit. So sind die Leute aus der Umgebung zu einem Kulturzentrum gekommen das den ganzen Fjord belebt und ihm einen frischen Wind verleiht. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn man in der Gegend ist einen kleinen Abstecher dahin zu machen. Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz des Captains Cabin.  

http://www.morgansskip.no

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg um den Fjord herum Richtung Schweden und was für ein Geschenk, wir sahen unsere ersten wildlebenden Esel, zumindest war Monika der Ansicht, dass es sich um Esel handeln müsse, obwohl der alte Pfadfinder ihr mitteilte, dass es sich dabei um Elche handeln würde.

Zum guten Glück waren sie relativ gemütlich unterwegs, so dass Monika sich doch noch überzeugen konnte, dass es sich tatsächlich um Elche handelt.

 

Kurz nach dem Grenzübergang nach Schweden gibt es einen grossen Laden der in erster Linie Norweger mit billigen Süssgetränken und Alkohol versorgt. Unglaublich wie viele Dosen Cola Norweger kaufen können, die Einkaufswagen sind alle zum bersten voll mit Getränken.

Kaum ist man in Schweden ändert sich vieles, der Wald wird dichter und es ist noch einsamer als in Norwegen, man bekommt das Gefühl, dass hier kein Mensch mehr wohnt. Doch zum Fahren ist es sehr öde. Wald, Wald und noch mehr Wald und ganz selten mal eine Siedlung und wieder Wald und nichts als Wald. Jedes mal, wenn Oliver ein Tier sah, wollte Monika es fotografieren, doch meist ohne Erfolg, da Oliver nach Ansicht von Monika viel zu schnell unterwegs war. Also blieb es bei unscharfen Bildern bei denen man alles behaupten kann, was man gerne gesehen hätte. So zieht sich unsere Fahrt nach Luela, das auf der anderen Seite von Schweden liegt, in die Länge.

Was Oliver fasziniert, ist den Mut, den die Schweden bei Ihrer Architektur an den Tag legen. Unglaublich was die da so in die Pampas bauen.

So tuckern wir einige Tage durch Schweden Richtung Stockholm bei mässig gutem Wetter. Was aber unserer Stimmung nichts anhaben kann. In Stockholm stellen wir unseren Willi auf einen normalen Parkplatz und machen uns zu Fuss auf Erkundungstour. Da es immer wieder regnet, beschliessen wir den Palast anzuschauen. So kaufen wir zwei Tickets, die zu unserer Überraschung sieben Tage gültig sind und wir somit keinen Stress haben, alle Sachen in Ruhe zu erkunden. Am späteren Nachmittag machen wir uns auf den Weg um einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Mitten in Stockholm an bester Lage hat es einen riesigen Parkplatz auf dem dutzende Wohnmobile stehen und jetzt noch eins mehr. 

Wer findet den Willi?

Wir beschliessen, dass wir zur Chilbi gehen um auf dem Riesenrad die Lichter der Stadt zu betrachten. Leider kann man nicht nur auf das Riesenrad, da man für den ganzen Park Eintritt lösen muss. Also gehen wir in ein Restaurant Fisch und Chips essen, wirklich gut, nur viel zu viel. Auf dem Rückweg überqueren wir einen Parkplatz auf dem so gut wie kein Auto steht und schön unter Bäumen im Dunkeln liegt, so beschliessen wir den Platz zu wechseln und an diesem Ort zu übernachten.

Ja schon bald ist der erste August, an dem nicht nur der Nationalfeiertag in der Schweiz ist, sondern Monikas Geburtstag. Also macht Oliver eine SMS an seine Tochter, sie möge ihm doch ein gutes Restaurant in Göteborg für den Abend des 1. Augustes reservieren. Was sie auch prompt erledigte. Oliver bekam ein Bestätigungs- E-Mail vom Restaurant Sjomagasinet für den 1. August um 21Uhr.

http://www.sjomagasinet.se

 

Die erste Nacht in Göteborg verbrachten wir gerade auf der anderen Flussseite des Fischmarktes. 

Eine super zentrale Lage, wäre da nicht eine nächtliche Fussgänger Hauptverkehrs Achse durch die Stadt. Mitten in der Nacht ging jedenfalls die Alarmanlage los und Monika hörte wie eine Gruppe Jugendlicher grölend davonrannte. Super, jetzt wussten wir, dass auch diese funktionierte, sodass wir schnell wieder einschliefen. Am nächsten Tag, der grosse Geburtstag von Monika. Eigentlich hätte Oliver den Tag alleine verbringen können, da Monika den ganzen Tag nur mit kurzen Unterbrechungen am Telefon war oder SMS bekam oder schrieb. (Oliver fühlt sich noch schnell mal vernachlässigt, er ist halt gerne die Nummer 1 im Leben von Monika. Aber an diesem Tag muss er sie mit den anderen teilen.) Zum Glück hatte es einen Schuladen in dem wir uns Schuhe kauften, da sie gerade im Ausverkauf waren. Super günstige Timberland, sodass wir immerhin kurz verschont wurden von Monikas Telefon. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir so durch die Stadt schlenderten kamen wir zu einer Kirche auf deren Dach sich zwei Trompete spielende Herren befanden, die ein Gratis Konzert gaben. 

 

 

Am Abend machten wir uns zurecht für das Abend Essen im Restaurant. Eine wirklich gute Wahl. Es war ein sehr hübsches Restaurant auf zwei Ebenen direkt am Meer. Zu unserer Überraschung sprach unser Kellner Deutsch mit einem Wienerdialekt, was es bedeutend einfacher machte als die Karte aus dem Schwedischen zu interpretieren.

Ja das Essen war wirklich ein Traum und kann nur empfohlen werden, auch die Rechnung war dem entsprechend, was sich aber auf jeden Fall lohnte.

 

Es ist doch wunderbar so ein Wohnmobil, so hatten wir einen Heimweg von ca. 100m da wir unmittelbar neben dem Restaurant auf einem Parkplatz standen, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten ohne irgend welche lärmenden Jugendlichen.

Was man an dieser Stelle mal erwähnen muss, wir haben eigentlich immer sehr gut gegessen auch wenn wir selber gekocht haben. Ob Tomaten Reis mit Aubergine oder Miesmuscheln an einer Weisswein Crème fraîche Sauce, es war immer sehr gut. 

Und für einen guten Tropfen Wein haben wir ja schon zu Hause geschaut. Unser kleiner Weinkeller, den wir mitnahmen hat sich auf jeden Fall bewährt. Auch die Entscheidung für einen 3 Flammen Kochherd hat sich als richtig und wichtig erwiesen. Oliver geniest auf jeden 

 

Fall das Kochen mit Aussicht jeden Tag aufs Neue.

 

Eines unserer grössten Probleme war das Waschen, nicht etwa das von Hand waschen sondern das Trocknen.  Monika mit ihrem zwei Spülgang System hat jedenfalls alle Flecken und Gerüche beseitigt und Oliver wurde die Aufgabe zu teil eine Wäscheleine zu montieren und die Sachen aufzuhängen. 

Alles kein Problem, ausser dass am nächsten Morgen alles noch gleich nass war wie am vor Tag. Entgegen Monikas Anweisung versuchte es Oliver mit roher Gewalt, er wand ein T-Shirt so stark von Hand aus, dass es danach völlig verzogen war. Super, aber was will man da schon erwarten. So kamen wir auf den Gedanken, die Wäsche mit einer Salatschleuder auszuwinden. Das Ganze scheitert nun daran, dass wir keine Salatschleuder besitzen und auch niemanden kennen, den wir mit unseren frisch gewaschenen Socken ärgern möchten. Denn die Vorstellung, danach wieder Salat damit zu trocken ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Also, falls jemand eine bessere Idee hat sind wir ganz Ohr dafür.

Auch am 2. August hatten wir wie immer einen traumhaften Schlafplatz gefunden, direkt am Meer. Da kam uns unser 4x4 wieder zu gute, denn es traute sich niemand auf diesen Geröll Strand zufahren.

Wir müssen zugeben, ohne den 4x4 hätten wir auch kaum so problemlos das lose Gestein wieder verlassen. Doch es hat sich gelohnt bei einem herrlichen Sonnenuntergang geniessen wir den Abend. 

Die Tage werden immer kürzer und im Gegenzug dafür die Temperatur immer höher. Wir machen uns auf, Richtung Malmö, leider kann uns diese Stadt in keiner Weise begeistern. Das schönste was wir finden ist .... 

 

der ist wirklich schön. Sicher hätte es auch noch mehr schöne Sachen gegeben, doch Monika wollte an den Strand und wir hatte sowieso keine Lust auf diese Laute und eher hektische Stadt. So dass wir uns ein wenig ausserhalb einen Platz am Strand suchten und die Sonne genossen.

Wir beschlossen Schweden zu verlassen und über diese unendlich lange Brücke nach Kopenhagen zu fahren. Eine gute Entscheidung, wir fanden einen Parkplatz gerade beim Park in Kopenhagen und beschlossen auch da zu schlafen. 

Eine wirklich spannende Stadt und unendlich viele Touristen.  Wir geniessen den Abend und freuen uns auf den Besuch des Tivolis am nächsten Morgen. Zu unserer Überraschung, kann man das Eintrittsbillett mit oder ohne Bahnen lösen und falls wir doch auf eine Bahn möchten, kann man diese auch noch im Park einzeln kaufen.

Man fühlt sich irgendwie in der Zeit ein wenig zurückversetzt, denn so vieles ist immer noch wie vor Jahren. Interessanterweise liegt der Park mitten in der Stadt und kann nicht vergrössert werden, da es schlicht keinen Platz gibt. Wir spazieren durch den Park und schauen den kreischenden Leuten auf den Bahnen zu und amüsieren uns über die Gesichter 

die die Leute so machen.  Nach ca. 3 Stunden haben wir genug, so dass wir uns auf den Weg weiter Richtung Heimat machen. Irgend wie graut uns schon vor Deutschland und der Fahrweise auf den Autobahnen. So beschliesst Oliver den ganzen Weg nach Hause nur auf Nebenstrassen zu fahren. Das ist gar nicht so einfach, denn an vielen Orten leiten sie einem auf die Umfahrung und so kommen wir immer wieder auf die Autobahn, doch wir finden immer wieder schnell die nächste Ausfahrt und so kommen wir Hamburg immer näher.

Wow was für ein Chaos, so viel Verkehr und Stau haben wir seit langem nicht mehr gesehen.

Baustellen ohne Ende und Umleitungen soweit das Auge reicht. Unser GPS ist völlig überfordert, jedes mal wenn es eine Alternativ Route gefunden hat, kommt die nächste Umfahrung. So beschliessen wir einen Stadtplan zukaufen und uns ohne GPS durch Hamburg zu schlagen. Unser Ziel ist der Jungfernsteig, da dies offensichtlich so ziemlich das Zentrum zu sein scheint. Da es, so extrem viel Verkehr hat, haben wir alle Zeit der Welt nach einem Parkplatz Ausschau zuhalten. Was aber sinnlos ist, da jeder einen Parkplatz am suchen ist. Also fahren wir im Fluss des Verkehrs immer weiter den Ballindamm entlang. Eine Baustelle kommt und dahinter hat es einen Parkplatz. Leider müsste man an der Baustelle vorbeifahren und dann rückwärts in den Parkplatz zirkeln. Oliver erklärt Monika dass er das nicht in diesem Verkehrs Chaos machen möchte. Worauf Monika aus dem Auto hüpft, hinüber zur Baustelle rennt und die Absperrung kurzerhand wegräumt, so dass Oliver ohne jede Mühe gerade aus auf den Parkplatz fahren kann. Echt genial, mitten in Hamburg einen so guten Parkplatz, wer hätte das gedacht.

Monika will nun unbedingt ins St. Pauli Quartier da man ja immer soviel davon hört. Also machen wir uns auf den Weg Richtung St.Pauli. 

Unterwegs treffen wir auf einen Abfalleimer. Und Monika meint ganz spontan Komm spring rein. Ha ha so witzig. 

 

Auf St. Pauli hat es gerade eine riesen Chilbi mit einem Riesenrad, sodass wir uns denken von da oben haben wir sicher einen guten Überblick über Hamburg. 

Im Anschluss brauchen wir dringend etwas zwischen die Zähne, man weis ja dass die Laune eine direkte Verbindung zum Magen hat. Zum Glück hat es nicht weit am Anfang der Reeperbahn ein Mexikanisches Restaurant bei dem man draussen essen kann. Unglaublich für 32€ Essen und Trinken und das erst noch nicht schlecht. Gut gestärkt machen wir uns auf die Erkundungstour durch St. Pauli. Oliver ist nicht wirklich begeistert und Monika ist sogar etwas enttäuscht, denn sie dachte anhand was ihr die Leute so erzählt haben, müsse es viel wilder sein, aber abgesehen von den extrem vielen Prostituierten finden wir dieses Quartier nicht wahnsinnig interessant.

Wir beschliessen ein wenig Richtung Hafen zugehen um die grossen Schiffe zu begutachten. In den Nebenstrassen hat es viele Prostituierte die nach Freier Ausschau halten. Die sind ja zum grössten Teil so jung, dass sie unsere Kinder sein könnten. Was uns doch sehr nachdenklich stimmt. Na ja, nicht wirklich das, was wir so suchen. Zurück auf der Reeperbahn hat es ein riesiges Strassenfest mit diversen Ständen und in der Mitte ganz viele Tische wo man das gekaufte konsumieren kann. Es ist eine wirklich tolle Atmosphäre, so dass wir uns einen Mojito und einen Caipirinha bestellen für 15€ inklusive 2€ Depot für das Glas. Unglaublich in Zürich kostet ein Mojito 15CHF. Wir beschliessen die Gläser mit St. Pauli Aufdruck als Erinnerung zu behalten und uns langsam Richtung Willi in Bewegung zusetzen, wir mussten ja noch ein wenig fahren da wir nicht in Hamburg übernachten wollten.

Am nächsten Morgen machten wir uns weiter auf den Heimweg und das immer noch alles überland. Interessanterweise sehen wir immer wieder Wohnmobile am Waldrand stehen, was uns darin bestärkt, dass das wild Campieren auch in Norddeutschland üblich ist. Erst einige Zeit später, sieht Oliver einen Bericht am Fernsehen, in dem berichtet wurde, dass es immer mehr Protestuierte gebe die ihre Dienste in Wohnmobil oder Wohnwagen anbieten. Da hatten wir ja Glück, dass kein Freier bei uns angeklopft hat.

 

Kurz vor Nürnberg gingen wir auf die Autobahn, da wir vor der Dunkelheit noch etwas von der Stadt sehen wollten. 

 

Doch irgendwie waren wir uns die Hitze in Nürnberg nicht mehr gewohnt. Es war so drückend, dass wir zur erst besten Gelateria gingen um ein Glace zu kaufen. So eine schöne Stadt und wir waren so schlapp, dass wir sie nicht mehr wirklich anschauen mochten, also machten wir uns auf einen Schlafplatz zu suchen. Am nächsten Morgen hatten wir nur noch wenige Kilometer vor uns bis nach Hause, die wir jetzt mit Wehmut in Angriff nahmen. Es ist schon schlimm wie schnell die drei Wochen vorüber zogen. Doch nun wussten wir, es dürfte kein Platz Problem geben und wir schaffen es ohne grössere Probleme mit und neben einander auf so engem Raum zu Leben. So freuten wir uns schon auf die nächste Kurzreise, die im September nach Amsterdam an die IBC (International Broadcast Convention) gehen wird, wo Oliver an die Ausstellung muss und Monika die Stadt besichtigen wird.