Osterferien in den Vogesen 2017

Das sollte unsere letzte Testfahrt vor der grossen Reise werden. Da wir schlicht keinen geeigneten Platz für Monikas Hündin Laila finden können, beschliessen wir zu testen ob es möglich ist, sie mit auf unsere Weltreise zu nehmen. Ja, es fällt uns schwer sie irgendwohin zu geben wo es ihr nicht gut gehen könnte, das ist für uns keine Option. Also müssen wir den Test machen und hoffen das alles gut geht und unser Willi den Hunde Geruch nicht allzu sehr annimmt. Am 12. April wollen wir uns also zu Dritt auf den Weg machen. Da Oliver einen Gourmet Gutschein von seinen Kindern und dem Freund seiner Tochter zum Geburtstag bekommen hat, beschliessen wir diesen auf dem Weg in die Vogesen einzulösen. Oliver will unbedingt noch die Lampen vorne gegen LED tauschen was sich als grosser Fehler erwiesen hat. Das Standlicht und das Tagfahrlicht sind schnell gemacht, doch der Scheinwerfer und das Abblendlicht ist offensichtlich nicht ganz so einfach. In mitten der Arbeit kommt ein Traktor auf dem Feldweg daher auf dem Oliver sein Auto abgestellt hat. 


Also rennt Oliver schnell zum Auto und parkiert es dicht hinter Willi hin damit der Traktor ungehindert vorbeikann. Also macht er sich wieder an die Arbeit, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit bis Monika von der Arbeit kommt und sie loswollen.

Um die bereits eingebauten Lichter zu testen muss die Zündung eingeschaltet werden, also steht Oliver neben dem Willi drückt mit der Hand die Kupplung durch um den Gang raus zu nehmen und da geschieht es. Ach du Schreck. Da Willi auf einer Wiese steht, hat der Besitzer 4 Gartenplatten so hingelegt, dass wir mit den Rädern genau darauf fahren können. Nun ist es aber so, dass er offensichtlich nicht ganz gerade darauf steht und wie sich herausstellte die Handbremse ausnahmsweise nicht gezogen war. Wie du dir nun sicher denkst, ist Willi von den Platten gerollt und nicht etwa nach vorne wo sich nichts befindet, nein! Selbstverständlich rollte er nach hinten, wo Oliver zuvor sein Auto dicht an Willi gestellt hat um dem Traktor Platz zu machen. 


Man kann es sich ja vorstellen wie die Front des Citroen ausgesehen hat nach dem über 4 Tonnen ungebremst in die Haube des mit automatisch gesicherten Handbremse parkierte Auto rollt. Die Kühlerhaube ca. 15 cm höher über der Frontscheibe. Ach du Schei...... . Oliver wurde es gerade flau im Magen als er nach hinten ging und den Schaden sah. Als ob das nicht schon genug wäre, klingelt unmittelbar danach das Telefon. Seine Tochter, was wollte den die, die sind doch für einen Monat In Kuba am Reisen. Eine ziemlich gestresste Tochter erklärt ihm, dass sie kein Geld mehr hätten und das die Kreditkarten in Kuba nicht funktionierten. Oliver versuchte die beiden zuerst einmal zu beruhigen und meinte, „alles kein Problem das bekommen wir schon hin“. Er sagte Ihr ein paar Sachen, die er sich vorstellen konnte wie wir das machen könnten. Z.B. mit Fedex oder über die Botschaft oder per Flugzeug, Da der Vater ihres Freundes Pilot bei der Swiss ist und täglich Flüge nach Havanna gehen, könnte man ja da jemandem Geld mit - geben.    


Er beschloss mal alles ab zu checken und zu schauen was am schnellsten und einfachsten ist und melde sich dann wieder bei Ihr. Nach dem Telefonat war Oliver ziemlich aufgewühlt und machte sich daran alles am Willi zusammenzubauen und beim Auto auf die Haube zu springen damit diese nicht mehr so weit über der Scheibe stand. Dann packte er alles und fuhr bei Monika vors Haus. Als Monika nach Hause kam erzählte er Ihr von der Kuba Kriese, was Monika natürlich auch gleich auf diverse Ideen brachte und so fing sie wie wild an rum zu telefonieren. Doch wir hatten ja noch ein weiteres Problem. Wir hatten eine Reservierung im Restaurant Essen’Z in Brugg, wo wir reserviert hatten und die Fahrt dahin dauerte ja auch mindesten eine Stunde oder mehr. Technik sei Dank, da man ja alles in einem Telefon dabei hat beschliessen wir von unterwegs weiter zu organisieren und zu telefonieren. Monika schreibt in die Botschaft von Havanna und an das auswertige Amt nachdem Sie mit Ihrer Freundin telefoniert hat, die auch in Botschaften für die Schweiz arbeitet. Das Essen können wir nur halb geniessen da wir im Kopf immer noch am überlegen sind, wie es weitergehen könnte. Da bekommen wir ein Mail vom EDA mit dem Hinweis das wir uns in Kuba melden sollen da die zuständig seien für Hilfe vor Ort. 


Ha ha das haben wir ja getan und bis jetzt keine Antwort bekommen. Wir sagen aber den zwei geldlosen Opfern in Kuba, dass wir alles im Griff hätten und sie sich keine Sorgen machen sollten wir würden uns am nächsten Morgen melden. Irgendwann bekamen wir eine Nachricht von der Botschaft mit der Info wie es aus Ihrer Sicht weitergehen könnte. Wir teilen diese Infos umgehend den zwei mit und geben Ihnen den Kontakt zur Botschaft mit Name und Telefon Nr. weiter. Monika und Oliver sind extrem enttäuscht von der Schweizer Botschaft in Havanna, man wird den Gedanken nicht los, dass es denen scheiss egal ist und sie jeglichen Aufwand scheuen. Na ja, immer hin wissen wir jetzt auch, dass man sich nicht wirklich auf Hilfe der Schweizer Botschaften verlassen kann, es sind ja auch nur Staatsangestellte, die mit unseren Steuergeldern bezahlt werden, da kann man ja wirklich nicht verlangen, dass die einem helfen, oder?

Oliver hat sich bei diversen Geld Transport Instituten angemeldet, aber alle habe das Problem, dass es relativ lange geht, um Geld nach Kuba zu liefern. Am nächsten Tag schreibt Olivers Tochter, dass es dem Vater ihres Freundes gelungen ist, einem Piloten der am nächsten Tag nach Havanna fliegt, Geld mit zu geben. Und, dass Sie auf dem Dorfplatz den Chef von ihrem Freund per Zufall angetroffen haben. Die Freundin des Chefs konnte mit Ihrer Kreditkarte Geld abheben und Ihnen so genügend Geld geben, damit sie das Zimmer und die Busfahrt nach Havanna bezahlen konnten. Was für eine Erleichterung, das hiess für uns, dass wir nun anfangen konnten die Ferien zu geniessen. 


Leider musste Oliver Monika immer noch die Sache mit dem Auto beichten. Sie meinte nur ganz trocken, „jetzt wissen wir wenigstens, dass im Notfall unsere Radaufhängung so stabil ist, dass wir ein Auto rückwärts ohne Probleme weg schieben können ohne selber einen Schaden zu nehmen. Dass ist doch auch sehr beruhigend.

Wir fuhren also wie geplant in den Schwarzwald um dann nach Müllhausen Frankreich nach Cernay zu fahren. Von da wollten wir die Vogesen Richtung Strasbourg erobern. Am Nachmittag fahren wir über einen kleinen Pass bei Fahl. In einer Kurve hat es einen grösseren Parkplatz an dem wir mittags Rast halten wollen. Da es eine grosse Tafel hat mit einer kleinen Wanderung zu den Fahl Wasserfällen machen wir uns nach dem Essen auf, diese zu erkunden. Nichts spektakuläres aber ganz schön, Laila hatte auf jedenfall Ihren Spass im Wasser und mit dem ausgiebigen Spaziergang. Da es schon später Nachmittag war beschlossen wir den Waldweg ein wenig weiter nach hinten zu fahren bis zu den umgestürzten Bäumen, so dass uns niemand sah und wir auch niemanden störten. Wir machten es uns gemütlich und sassen draussen und spielten Karten. Nach dem Essen wollten wir den Abwasch machen. Aber irgendwie funktionierte die Wasserversorgung nicht richtig. Immer wieder kam Luft und es spritzte wie verrückt in der Gegend rum. Zuerst dachten wir, dass die Leitungen noch nicht ganz entlüftet seien, aber nach dem wir fast das ganze Wasser durchpumpen liessen, konnte es das nicht sein. Nun ja es war nun schon spät und es wurde Zeit das wir mit Laila Ihren Abend Spaziergang machen. Als wir nach draussen kamen war der Boden ganz nass und Oliver legte sich unter das Fahrzeug um zusehen was das Problem war. Da tropfte es irgendwo raus. Aber was war das und ist das OK? Also machten wir ein Paar Fotos und sendeten Sie an den Hersteller der uns am nächsten Morgen zurückschrieb, dass es sich um den Überlauf Schutz handle. Da das Wasser immer mit Luft durchmischt sei, könne es das Rückschlagventil der Wasserpumpe sein, wir sollten diese mal ersetzen. Zum Glück hatten wir eine Reserve Pumpe dabei und konnten die so wechseln. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Nun hiess es, dass irgendwo Luft angesaugt werde, wir sollten doch bei einem Händler vorbei. Ha Ha! Es war Grün Donnerstag und der nächste Händler war in Fegersheim bei Strassbourg. Nun mussten wir entscheiden was wir machen sollten, versuchen wir es auf gut Glück? Wir entschieden das wir uns also auf den Weg dahin machten, denn so konnte es ja nicht weitergehen. Inzwischen haben wir auch rausgefunden wo das Leck sitzt. Es war die Mischbatterie im Badezimmer, da muss es etwas gesprengt haben in der Mischbatterie denn es war mitten drin. So um ca. drei Uhr fahren wir auf den Platz der Firma Laurent Camping Cars. Oliver machte sich auf die Suche nach einer Person, die uns weiterhelfen könnte. Ein Herr im Büro war sehr zuvorkommend und meinte er rufe uns einen Mechaniker der sich die Sachen anschauen sollte er hätte ja noch eine Stunde Zeit bis Feierabend. Monika beschloss mit Laila spazieren zu gehen und zu schauen ob es irgendwo ein Glace gibt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ein junger Techniker der leider kein Deutsch und kein Englisch konnte und Oliver’s Französisch leider doch sehr mangelhaft ist.

Doch er konnte ihm zeigen, wo das Problem liegt, dieser meinte „das ist eine Grosse Scheisse“, immerhin ein wenig Deutsch geht doch. Er verschwand im Gebäude und kam nach einiger Zeit mit einem Wasser Hahn zurück und fragte ob dieser OK sei für uns er sei zwar teuer aber das Beste was es gebe, nicht wie diese Scheiss. Klar uns war alles recht denn es war schon kurz vor vier Uhr und wir wollten ja nicht, dass er wegen uns heute länger arbeiten muss. Aus diesem Grunde kam auch ein Arbeitskollege der ihm half, alles aus und wieder ein zu bauen. Nach knapp drei viertel Stunden meinte er ,wir könnten zahlen gehen er bringe gleich alles ins Büro. Wow war das Super und der Preis war uns fast egal. Hauptsache wir konnten endlich die Ferien geniessen.

Wir füllten noch das Wasser an einer Tankstelle auf und machten uns auf einen Schlafplatz in den Vogesen zu suchen, denn für die sind wir ja gekommen.

Die nächsten Tage verbrachten wir ohne weitere Probleme und genossen die wunderbare wilde Landschaft mit spazieren oder Schlösser, Städte und Dörfer besichtigen.

Ansonsten befanden wir, dass wir für unsere Weltreise bereit seien und eigentlich jederzeit loskönnten.

Die letzte Nacht waren wir wieder im Schwarzwald, es hatte geschneit und es war sehr kalt, sodass wir auch die Heizung nochmals ausgiebig testen konnten.

Auch Laila hat den Test mit Bravour bestanden, sie hat sich sehr bemüht nicht im Weg zu sein und hat sich immer entweder Im Bad in Ihr Körbchen oder zwischen Fahrer und Beifahrersitz gelegt, so dass sie fast nie im Weg war. So können wir mit gutem Gewissen sagen, dass es funktioniert und wir sie auf unsere Weltreise mitnehmen werden.


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